Radio NÖ Apotheken-Tipps

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 19. September 2018 sprach Mag. Andreas Gentzsch aus St.Pölten über "Konzentration stärken – Leistungsfähigkeit erhalten"

Computer, Handy und socialmedia haben das Leben radikal beschleunigt. Während 1683 Gottfried Wilhelm Leibniz als letzter Mensch das gesamte enzyklopädische Wissen der Menschheit auswendig rezitieren konnte, meinen Fachleute heute, dass sich das Wissen der gesamten Menschheit zwischen 2020 und 2030 voraussichtlich alle zwei Jahre verdoppeln wird. Der Überfluss an Informationen betrifft uns in allen Lebensabschnitten. Junge Menschen leiden unter einer Unzahl an Ablenkungen und haben weit mehr zu lernen, als noch vor wenigen Jahren erforderlich war. Im Arbeitsleben steigt der Konkurrenzdruck durch zunehmende Digitalisierung und Automatisierung. Im Alter werden moderne Medien vielfach als Bedrohung empfunden, da das Erlernen neuer Technologien zumeist große Schwierigkeiten bereitet. Zur Unterstützung und Verbesserung der Lern- und Konzentrationsfähigkeit gibt es bewährte Vitamine und Mikronährstoffe, welche individuell, entsprechend der Belastung, Anwendung finden.

Kinder / SchülerInnen – Lernen
Kinder befinden sich im Wachstum und sind in der Schule mit hohen geistigen Anforderungen konfrontiert. Beides geht einher mit einem großen Energiebedarf. Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Konzentration enthalten vielfach einen hohen Anteil an DHA (Docosahexaensäure), einer hochwertigen ungesättigten Fettsäure. Diese dient gemeinsam mit Lecithin als Gehirn- und Nervennahrung. Eine größere Menge an B-Vitaminen, Magnesium und auch andere Mikronährstoffe ergänzen die Zubereitungen. Die Gruppe der B-Vitamine, auch „Nerven-Vitamine“ genannt, sorgt für verringerte Müdigkeit und Erschöpfung. Dadurch verhelfen sie zu längeren Lern- und Konzentrationsphasen.
Wichtig ist, dass in der Lernzeit möglichst wenig Zucker konsumiert wird. Dabei sollte auch an „versteckten“ Zucker in Lebensmitteln und Säften gedacht werden. Zucker veranlasst den Körperzu einer plötzlichen Insulinausschüttung was nach einem kurzen Energieschub zu einer längeren Müdigkeitsphase führt.
Als natürliche Gehirnnahrung für Kinder ist auch das altbekannte „Studentenfutter“ empfehlenswert. Diese Mischung aus Nüssen und Rosinen enthält ungesättigte Fettsäuren, Cholin, B-Vitamine und vor allem viel Energie.
Im Gegensatz dazu stehen die meisten der Kinder-Lebensmittel im Supermarkt. Diese geben sich zwar bunt und verlockend, jedoch lohnt es sich, die Nährwertangaben im Kleingedruckten zu lesen. Zumeist verbergen sich über 50% Zucker und gesättigte Fette, weshalb diese Snacks für eine gesunde Ernährung absolut nicht geeignet sind.

Erwachsene – Arbeitsleben
Um die geforderte Leistung bringen zu können sind Aufmerksamkeit und Konzentration auch im Arbeitsleben wichtiger denn je. Neben einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Schlafruhe werden vor allem Mikronährstoffe wie Coenzym Q10, Selen, Zink, 5HTP und Phenylalanin gerne als Unterstützung eingenommen.Selen und Zink bewähren sich vor allem als Unterstützung unserer Abwehrkräfte, haben aber auch positive Auswirkung auf die Haut und Schleimhäute. Gemäß dem Prinzip „menssana in corpore sano“ – „ein gesunder Geist möge in einem gesunden Körper sein“- wird ein wichtiger Bestandteil der Leistungsfähigkeit unterstützt. 5HTP (5-Hydroxy Tryptophan) und Phenylalanin sind Aminosäuren, welche als Rohstoffe für die sogenannten Glückshormone dienen. Eine ausreichende Verfügbarkeit sorgt für Ausgeglichenheit und erhöhte geistige Aufnahmebereitschaft. Coenzym Q10 ist ein Radikalfänger und Neurotransmitter, also Botenstoff, der die mithilft, dass die Nerven besser untereinander kommunizieren können und damit das Gedächtnis unterstützt wird. Auch Genussmittel wie Kaffee und Grüntee haben eine leistungsstärkende Wirkung. Beide enthalten Coffein, was im Allgemeinen munterer macht. Im Gegensatz dazu ist Alkohol in welcher Form auch immer keine Hilfe, sondern belastet die Leistungsfähigkeit.

Ältere – Unterstützung
Um Geist und Körper auch im Alter fit zu halten kommen vor allem Ginseng, Ginkgo und Lecithin zur Anwendung. Ginseng ist aus der chinesischen Medizin bekannt und wirkt körperlich wie geistig unterstützend. Die Unterscheidung zwischen rotem und weißem Ginseng ist dabei zweitrangig. Ebenso aus dem fernen Osten kommt der Ginkgo-Baum, aus dessen Blättern ein Extrakt gewonnen wird, das speziell für die feinen Blutgefäße in Gehirn, Augen und Ohren durchblutungsfördernd wirkt. Eine regelmäßige Einnahme hat positive Auswirkungen auf das Denkvermögen. Ebenso leistungsstärkend für das Gehirn ist die Einnahme von Lecithin. Diese vor allem aus Sojabohnen gewonnene Substanz dient als „Hirnnahrung“ und fördert ebenso das Denk- und Merkvermögen. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, täglich zwei Liter Wasser zu trinken und möglichst auch jeden Tag „Gehirn-Jogging“ zu machen. Dieses kann durch Musizieren, Lösen von kniffligen Denkaufgaben (z.B. Sudoku) oder Auswendiglernen kurzer Texte erfolgen. Vor allem jedoch sollten diese leichten Übungen zur Gewohnheit werden und regelmäßig gemacht werden. Verlorenes aufzuholen ist schwer, besser ist, die Leistungsfähigkeit wird erhalten.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 12. September 2018 sprach Mag. pharm. Dieter Kröner aus Pernitz über "Tibetische Kräuter fürs Wohlbefinden"

Tibetische Medizin und Konstitutionslehre ist die Lehre der fünf Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum. Mit ihrer Hilfe kann sowohl die Vitalität des Geistes als auch des Körpers beeinflusst werden.

Die Tibetische Medizin und Konstitutionslehre strebt das innere Gleichgewicht der Kräfte im Körper an. Herzstück dieser Lehre sind eine typgerechte Ernährungsweise und der Einsatz von mehrheitlich pflanzlichen Stoffgemischen, die sich gegenseitig in der Wirkung unterstützen und mögliche unerwünschte Effekte ausgleichen. Dadurch wirken diese Vielstoffrezepturen gleichzeitig auf mehreren Ebenen im Körper.
Tibetische Kräuter werden seit Langem besonders gut eingesetzt:
die Nerven zu bewahren, damit Sie Nervosität, Reizbarkeit, innere Unruhe, Spannungszustände sowie Ein- und Durchschlafstörungen nicht belasten. In der Zusammensetzung der Stoffgemische findet man z.B. Muskatnuß, Indischen Weihrauch, Wollbaumblüten sowie aromatische Gewürze, Harze und Hölzer. Nach tibetischer Auffassung wirkt diese Rezeptur Störungen entgegen, die sich in depressiver Verstimmung, Schlafstörungen, übermäßigem Nachdenken und Grübeln sowie Stress und Müdigkeit, Traurigkeit und Angstgefühlen äußern können.
Es wird versucht, den Energiefluss im Körper wieder zu normalisieren!
Ein ruhiger Geist findet einfacher einen guten erholsamen Schlaf und hilft so, Körper und Seele zu regenerieren.

Weiters wird sehr gerne eingesetzt:
Eine Formulierung, die z.B. Kardamon, Nimbaumfrucht, Sandelholz, Goldfingerkraut sowie 16 weitere Pflanzenteile enthält. Die vielfältigen darin enthaltenen Wirk- und Schutzstoffe wie Tannine, Flavonoide oder Gerbstoffe unterstützen den Körper und die Blutgefäße bei:
• Beschwerden wie kalten Händen und Füßen
• Kribbeln und Ameisenlaufen
• Beschwerden beim Gehen
• Folgen von leichten Durchblutungsstörungen, nachdem eine schwerwiegende Erkrankung ausgeschlossen werden konnte.
Auch seit Langem eingesetzt wird eine Zusammensetzung aus tibetischen Kräutern – zur Ausleitung von Fremd- und Schadstoffen - zur Leberreinigung -Entgiftung und Reinigung des Organismus. Lt. Tibetischer Lehre fördert es den Fluss der Galle- Energie und besteht aus einer speziellen Fruchtart, der Myrobalanenfrucht, der Terminalia-Frucht sowie der Amlafrucht, die Polyphenole, Bitter-und Gerbstoffe enthalten, die die Leberfunktion schützen und unterstützen. Myrobalanenfrucht im Speziellen wird in sehr vielen Konstitutionsmitteln der tibet. Medizin eingesetzt(das sind allgemeine Stärkungsmittel für den Körper).

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 5. September 2018 sprach Mag. pharm. Ulrike Zöchling, Hippolyt Apotheke St.Pölten, über "Coffein"

Coffein wurde im 19. Jh. aus dem Kaffee gewonnen, daher der Name; es ist ein Alkaloid, „Pflanzenasche“(aus dem Arabischen, natürlich vorkommend in Pflanzen), und wird zur Anregung für Geist und Körper verwendet. Es wirkt gleichermaßenauf den menschlichen und tierischen Organismus.
Es regt das Zentralnervensystem an, beeinflusst Herzschlag und Puls und wirkt Ermüdungserscheinungen entgegen;esfördert die Leistungsbereitschaft bzw. Leistungsfähigkeit, es regt die Durchblutung an.Somit wird es als Arzneimittel verwendet.
Innerlich: Mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure ASS oder Paracetamol gemeinsam eingenommen, verstärkt es die schmerzstillende Wirkungund verkürzt die Zeit bis zum Wirkungseintritt;
Vorsicht ist geboten bei Magen-Darm-Problemen, Herzerkrankungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit:Coffein geht in die Plazenta und in die Muttermilch über, der Abbau dauert beim Baby wesentlich länger! es ist nicht für Kinder geeignet; Beruhigungsmittel und Antihistaminika (gegen Reiseübelkeit und Juckreiz) werden geschwächt; Alkohol wirkt stärker; Rauchen verkürzt die Wirkung;Verkehrs- und Fahrtüchtigkeit werden nicht beeinträchtigt.
Achtung! Coffeinhaltige Getränke verstärken die Wirkung und können zu Unruhe und Schlafstörungen führen! (3 Dosen Cola entsprechen 2 Tassen Kaffee).
Allerdings gibt es weltweite Studien, die zeigen, dass Kaffee das Risiko, an Diabetes zu erkranken, reduziert, ebenso Schlaganfall und Herzinfarkt. D.h. „gegen Zuckerkrankheit kann Kaffee sogar vorbeugend wirken“.

Äußerlich angewendet wirkt es durchblutungsanregend:
Als Haarshampoo (Spülung, Tinktur) regt es die Durchblutung der Kopfhaut an, belebt, erfrischt und kann das Haarwachstum bis zu 28% steigern (klinisch bewiesen); in Kombination mit Guarana wirkt es tonisierend und entspannt die Gefäße.
Bei Cellulite: bei manchen Körperzonen wie Bauch, Hüfte, Po, Schenkel, kann es als Creme die Microzirkulation anregen und bei regelmäßiger (!) Massage das Erscheinungsbild der Haut wesentlich verbessern.
Ein Kaffeepeeling fürs Gesicht fördert die Zellerneuerung und kann verstopfte Poren reinigen, der Teint wird wieder strahlend schön! (5 TL Kaffeesudoder -pulver mit 1 EL Mandel- oder Jojobaöl verrühren, leicht einmassieren, kurz einwirken lassen und abwaschen).
Und wenn doch noch Kaffee (pur) übrigbleibt, kann er als Dünger Pflanzen beigegeben werden.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 29. August 2018 sprach Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd über "Kapuzinerkresse und Meerrettich"

Die Große Kapuzinerkresse und der Meerrettich haben in der Welt der Heilkräuter schon seit Jahrhunderten einen weit größeren Stellenwert als nur als Zierpflanze bzw. Salat oder Beilage zu Lachs und Tafelspitz.
Schon die traditionelle Klostermedizin verwendete sie bei Infektionen der oberen Atemwege und der Harnwege ein. 2013 wurde die Kapuzinerkresse aufgrund ihrer belegten Wirksamkeit zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Also offensichtlich eine Pflanze mit interessanter Vergangenheit und damals schon großem Potential für die Zukunft.
Groß angelegte Studien in den letzten Jahren bescheinigen ihr aufgrund ihrer Inhaltsstoffe eine gleich gute Wirksamkeit wie eine Standardtherapie mit Antibiotika– daher wird sie auch gerne zu den „grünen oder natürlichen Antibiotika“ gezählt.
Übliche Antibiotika sind unverzichtbar in der Medizin – durch sie haben Krankheiten wie Lungenentzündung, TBC, Gehirnhautentzündung oder Blutvergiftung ihren Schrecken verloren, jedoch haben sie auch ihre Schattenseiten – sie bekämpfen neben den Krankheitserregern auch die nützlichen Bakterien, werden zu früh, zu oft oder auch bei Virusinfektionen eingesetzt, wo sie gar nicht wirken bzw. auch das Problem der immer weniger starken Wirksamkeit durch zunehmende Resistenzbildung ist hinreichend bekannt.
Das macht natürliche Antibiotika immer interessanter, gerade auch für Kinder, weil hier durch die Gabe von natürlichen Antibiotika die Darm- und Schleimhautflora nicht komplett verändert wird, und das ist in diesem Alter besonders wichtig.
Natürliche Antibiotika entstehen in Pflanzen, welche diese Stoffe bilden, um sich selbst effektiv gegen Viren, Pilze oder Bakterien zu verteidigen.

Wie wirken Kapuzinerkresse und Meerrettich?
Arzneilich verwendet wird das Kapuzinerkressenkraut – also die oberirdischen frischen oder getrockneten Teile bzw. die Meerrettichwurzel.
Ihre Inhaltsstoffe –neben einem hohen Gehalt an Vitamin C, Carotinoiden und Flavonoiden – besonders die Senföle wirken hemmend auf das Wachstum von Krankheitserregern und können Bakterien und Viren abtöten und zwar genau dort, wo die Infektion entsteht.
Das machen sie so, indem die Senföle bereits schon sehr früh – im oberen Darmabschnitt – ins Blut gelangen und so die Darmflora und damit die guten Darmbakterien nicht angegriffen werden. Das Blut verteilt die Senfölmoleküle im Kreislauf und transportiert sie dann dorthin, wo sie gebraucht werden – eben Lunge, Niere oder Blase.
Sie sind auch verantwortlich für den scharfen Geschmack und wirken auch durchblutungsfördernd, wie bereits Untersuchungen aus den 50-ger Jahren eindrucksvoll zeigten.

Bei welchen Beschwerden werden sie eingesetzt?

  • Sehr gut bei unkomplizierten akuten Infekten der Atemwege und der ableitenden Harnwege wie Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis und Blasenentzündung mit sehr geringen Nebenwirkungen und einer sehr guten Verträglichkeit
  • Insbesondere auch bei immer wiederkehrenden Infektionen
  • Kapuzinerkresse und Meerrettich sind auch für Kinder eine sehr gute pflanzliche wirksame Therapieoption bei unkomplizierten akuten Infekten der Atemwege und der ableitenden Harnwege

In welcher Form wendet man sie am besten an?

Die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich sind als schonend getrocknete Extrakte in hoch dosierter und damit optimal wirksamer Form z.B. als Filmtabletten rezeptfrei in den Apotheken erhältlich.
Anwendungsempfehlungen beachten: neben Standarddosierung wird für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren eine mehrtägige Stoßtherapie mit anschließendem Ausschleichen der Medikation empfohlen – eine ausführliche Beratung in Ihrer Apotheke ist daher sehr wichtig!!

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 22. August 2018 sprach Mag. Andreas Gentzsch aus St.Pölten über "Fußpflege"

Was gibt es Schöneres, als in der warmen Jahreszeit einfach die Schuhe auszuziehen und barfuß im Gras oder, besser noch, im Urlaub am Sandstrand zu gehen. Vielfach besteht jedoch eine gewisse Scheu davor, weil die Hornhaut auf den Füßen, bzw. die Nägel nicht so schön sind.

Bei der Behandlung der Zehennägel gilt es abzuklären, ob es sich um Verformungen und Verfärbungen durch z.B. zu enge Schuhe handelt, oder eventuell ein Pilzbefall vorliegt. Während es einfach erscheint, durch Wechsel der Schuhform eine Entlastung zu erzielen, ist die Behandlung eines Nagelpilzes intensiv und eher langwieriger, sie sollte dennoch sehr konsequent durchgeführt werden. Eine Behandlung nicht nur der befallenen Nägel, sondern auch eine regelmäßige Desinfektion von Schuhen und Strümpfen wäre dabei empfehlenswert.

Ein häufiges Problem stellt auch die verstärkte Hornhautbildung im Sommer dar. Schwitzt man in den Schuhen, so kommt es zu einer vermehrten Reibung der Haut. Die Haut schützt sich dagegen, indem sie die Hornhautschicht verdickt. Trägt Mann/Frau anschließend wieder offene Schuhe oder Sandalen, so trocknet diese Schicht wieder ab und kann in der Folge auch leicht einreißen, bzw. sieht nicht attraktiv aus. Hier empfiehlt es sich, regelmäßig die Füße mit einer hornhautlösenden Salbe mit den Inhaltsstoffen Harnstoff, Salizyl-, oder Benzoesäure zu pflegen. Vielfach werden auch Hornhauthobel und grobe Feilen verwendet. Davon ist jedoch eher abzuraten, da die Verletzungsgefahr, besonders bei Hobelmessern, erheblich ist und Wunden genauso wie Risse der Haut mögliche Eintrittspforten für Bakterien darstellen und in der Folge zu Infektionen führen können.
Trockene, rissige Haut führt auch zu vermehrtem Juckreiz, der speziell nach einem Bad im (chlorierten) Pool oder Badesee verstärkt auftreten kann. Hier hilft in erster ein rasches Abduschen nach dem Bad und in der Folge eine intensive Pflege mit einem kühlenden, juckreizlindernden Körperbalsam. Hierbei ist empfehlenswert, Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe zu verwenden, da auch diese in Zusammenhang mit irritierter Haut zu weiteren Reizungen führen können.

Nützen sie jedenfalls die warme Jahreszeit, um möglichst oft barfuß zu gehen. Barfuß werden über die Nervenenden an der Fußsohle die Reflexzonen und die Wahrnehmung stimuliert. Auch bei Sportschuhen geht der Trend zum Barfußschuh, der Fußmuskeln und Gelenke trainiert und vor Verletzungen schützt. 

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 8. August 2018 sprach Mag. pharmUlrike Zöchling, Hippolyt Apotheke St.Pölten, über "Trinken als Kreislaufhilfe"

Zuerst die Bedeutung von Wasser: Wassergehalt des menschlichen Körpers zwischen 50 – 75 % des Körpergewichtes, Muskeln haben mehr Wasser als die Fettschicht; in Gehirn und Nervensystem bis 90% Wasseranteil.Je mehr Wassermangel, desto geringer das Durstgefühl – Information zwischen Gehirn und Körper ist gestört.

Daher 2% des Körpergewichtes täglich an Wasser aufnehmen = bei 70 kg 1,5 Liter, bei Stress und erhöhten Anforderungen bis zum 3fachen notwendig, bei Limonaden, Kaffee, Tee, Alkohol viel Wasser dazu trinken!

Was trinken?
Wasser „natürlich“: Wasser mit Mineralstoffen und Vitaminen:sind ideale Durstlöscher, auch für Kinder und ältere Personen; speziell beim Sport:mit Aminosäuren und Maltodextrinerhöht es die sportliche Leistungsfähigkeit und beugt frühzeitiger Ermüdung und Krämpfen vor.
aber auch bei Durchfallerkrankungen;

Kräutertees: Pfefferminze: enthält Bitterstoffe und ätherische Öle, wirkt reinigend und krampflösend auf Magen-Darm und Leber, bekämpft Bakterien und Viren; bei Kopfschmerzen (Wetter), Schlafproblemen (halbe Dosierung); mit Zitronensaft sehr erfrischend! Nicht für Kinder (Menthol).
Brennessel: enthält Mineralien und Spurenelemente, unterstützt den Stoffwechsel, kann den Blutzucker senken (für Diabetiker gut geeignet), reguliert den Biorhythmus und schützt vor Schwankungen von außen (Wetterfühligkeit)
Ingwer: bekannt als Gewürz; enthält Vitamine und Mineralstoffe (Kalium, Calcium Eisen); wirktantiseptisch, hilft auch bei Magen-Darm-Infektionen, stärkt den (nervösen) Magen; als Tee heiß oder kalt mit einem Spritzer Zitronensaft wird es ein bekömmliches erfrischendes Getränk;

Bei Kreislaufschwäche ein stärkendes Tonikum mit Weißdorn herzstärkend, Rosmarin anregend, Coffein stimulierend, durchblutungsfördernd.

Hildegard von Bingen empfiehlt Galgant-Tabs: aromatische Scharfstoffe, wirken auf Herz und Kreislauf anregend.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 1. August 2018 sprach Mag. pharmGilbert Zinsler aus Horn über "Müde Beine - Venenprobleme"

Bis zu 90% der Menschen in Mitteleuropa haben Venenprobleme, leiden unter müden Beinen oder kämpfen mit Krampfadern. Trotzdem glauben die meisten Menschen, dass man dagegen nichts, oder nur wenig tun kann. 

Besenreiser sind ein kosmetisches Problem. Hat das auch mit Krampfadern etwas zu tun?
Durch die Erweiterung von weniger als ein Millimeter großen oberflächlichen Venen entstehen die sogenannten Besenreiser und bilden ein feines, rötlich-bläuliches, spinnennetzartiges Geflecht. Sie sind kein rein kosmetisches Problem: Denn die feinen Äderchen an der Hautoberfläche können das erste Anzeichen einer Venenschwäche sein. Manchmal können diese kleinen Verletzungen der Venen aber auch ein Ausgangspunkt von Blutungen und Entzündungen von tieferliegenden Venen werden.

Krampfadern sind angeboren, dagegen kann man nichts tun?
Es ist richtig, dass die Schwäche der Venen und des Bindegewebes meist eine vererbte Veranlagung ist. Diese Personen neigen dann auch zu Krampfadern. Es gibt aber Faktoren, die Krampfadern fördern: Dies sind Bewegungsmangel, Übergewicht und eine stehende, oder andauernd sitzende berufliche Tätigkeit. Betroffen sind deutlich mehr Frauen als Männer. Dass Frauen bei Krampfadern vorne liegen, hängt wohl auch damit zusammen, dass die weiblichen Geschlechtshormone vom Typ der Östrogene die Struktur der Venenwand und Venenklappen beeinflussen. In der Schwangerschaft lockert sich unter tätiger Mithilfe eines weiteren weiblichen Geschlechtshormons, des Progesterons, das Muskel- und Bindegewebe – auch in den Venen. Zudem erschwert in der Schwangerschaft die sich vergrößernde Gebärmutter den Abfluss des Blutes aus den Beinen. Daher entstehen Krampfadern nicht selten in der Schwangerschaft, und schon bestehende nehmen – meist vorübergehend – zu.
Eine weitere Ursache der Varikose sind Alterungsvorgänge des Gewebes: Ähnlich wie die Festigkeit der Haut im Lauf des Lebens nachlässt, werden auch die Venen mit der Zeit schlaffer. Dies macht sich verstärkt in der zweiten Lebenshälfte bemerkbar.

Viele Patienten möchten gerne vorbeugend etwas gegen das Krampfaderleiden tun. Eine gesunde Lebensweise, Nichtrauchen, Gewichtskontrolle, Venengymnastik und kalte Unterschenkel- oder Kniegüsse nach Kneipp können helfen.

Gegen schwere Beine hilft Hochlagern - was gibt es dazu aus der Apotheke?
Wenn es zu einer Erweiterung der Venen kommt, können die Klappen nicht mehr dicht schließen und ihre Ventilfunktion erfüllen. Es staut sich viel Blut in den Venen, die sich dadurch noch mehr erweitern. Durch Hochlagen kann das Blut wieder besser zum Herzen zurückfließen.
Venentonisierende Produkte aus dem roten Weinlaub oder Medikamente aus Rosskastanie können aber jedenfalls die Beschwerden lindern. Dragees zum Schlucken, oder Granulate zum Auflösen und Trinken, die Extrakte der Pflanzen enthalten unterstützen die Funktion der Venen und haben hohe Wirksamkeit bei schmerzhaften, müden und geschwollenen Beinen. Bereits 24 Stunden nach der Einnahme kann sich die Widerstandsfähigkeit der Gefäße verdoppeln. Die Dichtheit der venösen Gefäße ist von wesentlicher Bedeutung für den Rücktransport des Blutes. Diese Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Die Blutfette und Blutfließeigenschaften werden durch OPC-Stoffe aus dem roten Weinlaub günstig beeinflusst. Dadurch besteht auch ein besserer Schutz gegen Herzinfarkt und Schlaganfall durch Thrombosen. Vorbeugen ist besser als heilen!

Venenstrümpfe - nur für Omas und im Sommer unerträglich?
Bevor man Venenstrümpfe verwendet, wird man venenstärkende Sprays oder Gele zum Auftragen auf die Haut versuchen: Auch die gibt es mit rotem Weinlaub. Auch die Cedrat-Zitrone aus Korsika, wirkt angenehm kühlend und erfrischend. Eine Creme kann leicht abschwellend wirken und subjektiv die Beschwerden lindern. Viele Salben oder Cremes enthalten den Wirkstoff Heparin, der eine die Blutgerinnung hemmende Wirkung hat. Außerdem wirkt Heparin abschwellend und durchblutungsfördernd, sodass Schwellungen schnell abklingen und Spannungsgefühl und Schmerzen nachlassen. Nützt alles nichts? Erst dann kommen als nächste Maßnahmenstufe Kompressionsstrümpfe ins Spiel, die es in verschiedenen Stärkeklassen gibt. Bei andauernden Beschwerden, wenn tiefer liegende Gefäße betroffen sind, können uns sollen Venenmittel eine notwendige Kompressionstherapie nicht ersetzen. Mittlerweile gibt es auch knallig bunten Modelle für Sportler und neben den Klassikern in Beige, Schwarz und Grau außerdem schicke Modelle in Trendfarben, wie Koralle oder Mondscheinblau. Das klingt nach Meer, Urlaub und lauer Sommernacht - also gar nicht so schlecht und nicht nur nach Oma.
Ein Tipp jedenfalls: Tragen Sie morgens, bevor Sie die Kompressionsstrümpfe anziehen, einen Hautschaum auf. So vermeiden Sie, dass die Haut unter dem eng anliegenden Stoff allzu trocken wird und juckt.

Darf man mit Venenproblemen Flugreisen machen?
Venenprobleme sind kein Grund nicht in den Urlaub zu fliegen. Allerdings sollte man einige Dinge beachten: Zuerst: Genug trinken! Was kann man noch tun? Benutzen Sie die Muskelpumpe! Das geht ohne großen Aufwand: Spreizen Sie zum Beispiel die Zehen, und lassen Sie wieder locker. Ziehen Sie  die Zehenspitzen hinauf und spreitzen Sie nach unten weg. So kommt das Blut in den Venen Ihrer Beine in Bewegung. Das können Sie problemlos im Sitzen machen, etwa auch im Flugzeug, oder Auto. Viele Leute denken auch nicht, dass man oft viel länger im Auto, oder Autobus sitzt, als bei einer üblichen Flugreise in den Süden.
Bei groben Venenproblemen wird man jedenfalls zu Stützstümpfen, oder notfalls einer blutverdünnenden Heparinspritze greifen müssen. Dann sollte auch eine lange Flugreise für Menschen mit Venenbeschwerden nicht zum Problem werden.

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„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert.