Radio NÖ Apotheken-Tipps

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 8. August 2018 sprach Mag. pharmUlrike Zöchling, Hippolyt Apothelke St.Pölten, über "Trinken als Kreislaufhilfe"

Zuerst die Bedeutung von Wasser: Wassergehalt des menschlichen Körpers zwischen 50 – 75 % des Körpergewichtes, Muskeln haben mehr Wasser als die Fettschicht; in Gehirn und Nervensystem bis 90% Wasseranteil.Je mehr Wassermangel, desto geringer das Durstgefühl – Information zwischen Gehirn und Körper ist gestört.

Daher 2% des Körpergewichtes täglich an Wasser aufnehmen = bei 70 kg 1,5 Liter, bei Stress und erhöhten Anforderungen bis zum 3fachen notwendig, bei Limonaden, Kaffee, Tee, Alkohol viel Wasser dazu trinken!

Was trinken?
Wasser „natürlich“: Wasser mit Mineralstoffen und Vitaminen:sind ideale Durstlöscher, auch für Kinder und ältere Personen; speziell beim Sport:mit Aminosäuren und Maltodextrinerhöht es die sportliche Leistungsfähigkeit und beugt frühzeitiger Ermüdung und Krämpfen vor.
aber auch bei Durchfallerkrankungen;

Kräutertees: Pfefferminze: enthält Bitterstoffe und ätherische Öle, wirkt reinigend und krampflösend auf Magen-Darm und Leber, bekämpft Bakterien und Viren; bei Kopfschmerzen (Wetter), Schlafproblemen (halbe Dosierung); mit Zitronensaft sehr erfrischend! Nicht für Kinder (Menthol).
Brennessel: enthält Mineralien und Spurenelemente, unterstützt den Stoffwechsel, kann den Blutzucker senken (für Diabetiker gut geeignet), reguliert den Biorhythmus und schützt vor Schwankungen von außen (Wetterfühligkeit)
Ingwer: bekannt als Gewürz; enthält Vitamine und Mineralstoffe (Kalium, Calcium Eisen); wirktantiseptisch, hilft auch bei Magen-Darm-Infektionen, stärkt den (nervösen) Magen; als Tee heiß oder kalt mit einem Spritzer Zitronensaft wird es ein bekömmliches erfrischendes Getränk;

Bei Kreislaufschwäche ein stärkendes Tonikum mit Weißdorn herzstärkend, Rosmarin anregend, Coffein stimulierend, durchblutungsfördernd.

Hildegard von Bingen empfiehlt Galgant-Tabs: aromatische Scharfstoffe, wirken auf Herz und Kreislauf anregend.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 1. August 2018 sprach Mag. pharmGilbert Zinsler aus Horn über "Müde Beine - Venenprobleme"

Bis zu 90% der Menschen in Mitteleuropa haben Venenprobleme, leiden unter müden Beinen oder kämpfen mit Krampfadern. Trotzdem glauben die meisten Menschen, dass man dagegen nichts, oder nur wenig tun kann. 

Besenreiser sind ein kosmetisches Problem. Hat das auch mit Krampfadern etwas zu tun?
Durch die Erweiterung von weniger als ein Millimeter großen oberflächlichen Venen entstehen die sogenannten Besenreiser und bilden ein feines, rötlich-bläuliches, spinnennetzartiges Geflecht. Sie sind kein rein kosmetisches Problem: Denn die feinen Äderchen an der Hautoberfläche können das erste Anzeichen einer Venenschwäche sein. Manchmal können diese kleinen Verletzungen der Venen aber auch ein Ausgangspunkt von Blutungen und Entzündungen von tieferliegenden Venen werden.

Krampfadern sind angeboren, dagegen kann man nichts tun?
Es ist richtig, dass die Schwäche der Venen und des Bindegewebes meist eine vererbte Veranlagung ist. Diese Personen neigen dann auch zu Krampfadern. Es gibt aber Faktoren, die Krampfadern fördern: Dies sind Bewegungsmangel, Übergewicht und eine stehende, oder andauernd sitzende berufliche Tätigkeit. Betroffen sind deutlich mehr Frauen als Männer. Dass Frauen bei Krampfadern vorne liegen, hängt wohl auch damit zusammen, dass die weiblichen Geschlechtshormone vom Typ der Östrogene die Struktur der Venenwand und Venenklappen beeinflussen. In der Schwangerschaft lockert sich unter tätiger Mithilfe eines weiteren weiblichen Geschlechtshormons, des Progesterons, das Muskel- und Bindegewebe – auch in den Venen. Zudem erschwert in der Schwangerschaft die sich vergrößernde Gebärmutter den Abfluss des Blutes aus den Beinen. Daher entstehen Krampfadern nicht selten in der Schwangerschaft, und schon bestehende nehmen – meist vorübergehend – zu.
Eine weitere Ursache der Varikose sind Alterungsvorgänge des Gewebes: Ähnlich wie die Festigkeit der Haut im Lauf des Lebens nachlässt, werden auch die Venen mit der Zeit schlaffer. Dies macht sich verstärkt in der zweiten Lebenshälfte bemerkbar.

Viele Patienten möchten gerne vorbeugend etwas gegen das Krampfaderleiden tun. Eine gesunde Lebensweise, Nichtrauchen, Gewichtskontrolle, Venengymnastik und kalte Unterschenkel- oder Kniegüsse nach Kneipp können helfen.

Gegen schwere Beine hilft Hochlagern - was gibt es dazu aus der Apotheke?
Wenn es zu einer Erweiterung der Venen kommt, können die Klappen nicht mehr dicht schließen und ihre Ventilfunktion erfüllen. Es staut sich viel Blut in den Venen, die sich dadurch noch mehr erweitern. Durch Hochlagen kann das Blut wieder besser zum Herzen zurückfließen.
Venentonisierende Produkte aus dem roten Weinlaub oder Medikamente aus Rosskastanie können aber jedenfalls die Beschwerden lindern. Dragees zum Schlucken, oder Granulate zum Auflösen und Trinken, die Extrakte der Pflanzen enthalten unterstützen die Funktion der Venen und haben hohe Wirksamkeit bei schmerzhaften, müden und geschwollenen Beinen. Bereits 24 Stunden nach der Einnahme kann sich die Widerstandsfähigkeit der Gefäße verdoppeln. Die Dichtheit der venösen Gefäße ist von wesentlicher Bedeutung für den Rücktransport des Blutes. Diese Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Die Blutfette und Blutfließeigenschaften werden durch OPC-Stoffe aus dem roten Weinlaub günstig beeinflusst. Dadurch besteht auch ein besserer Schutz gegen Herzinfarkt und Schlaganfall durch Thrombosen. Vorbeugen ist besser als heilen!

Venenstrümpfe - nur für Omas und im Sommer unerträglich?
Bevor man Venenstrümpfe verwendet, wird man venenstärkende Sprays oder Gele zum Auftragen auf die Haut versuchen: Auch die gibt es mit rotem Weinlaub. Auch die Cedrat-Zitrone aus Korsika, wirkt angenehm kühlend und erfrischend. Eine Creme kann leicht abschwellend wirken und subjektiv die Beschwerden lindern. Viele Salben oder Cremes enthalten den Wirkstoff Heparin, der eine die Blutgerinnung hemmende Wirkung hat. Außerdem wirkt Heparin abschwellend und durchblutungsfördernd, sodass Schwellungen schnell abklingen und Spannungsgefühl und Schmerzen nachlassen. Nützt alles nichts? Erst dann kommen als nächste Maßnahmenstufe Kompressionsstrümpfe ins Spiel, die es in verschiedenen Stärkeklassen gibt. Bei andauernden Beschwerden, wenn tiefer liegende Gefäße betroffen sind, können uns sollen Venenmittel eine notwendige Kompressionstherapie nicht ersetzen. Mittlerweile gibt es auch knallig bunten Modelle für Sportler und neben den Klassikern in Beige, Schwarz und Grau außerdem schicke Modelle in Trendfarben, wie Koralle oder Mondscheinblau. Das klingt nach Meer, Urlaub und lauer Sommernacht - also gar nicht so schlecht und nicht nur nach Oma.
Ein Tipp jedenfalls: Tragen Sie morgens, bevor Sie die Kompressionsstrümpfe anziehen, einen Hautschaum auf. So vermeiden Sie, dass die Haut unter dem eng anliegenden Stoff allzu trocken wird und juckt.

Darf man mit Venenproblemen Flugreisen machen?
Venenprobleme sind kein Grund nicht in den Urlaub zu fliegen. Allerdings sollte man einige Dinge beachten: Zuerst: Genug trinken! Was kann man noch tun? Benutzen Sie die Muskelpumpe! Das geht ohne großen Aufwand: Spreizen Sie zum Beispiel die Zehen, und lassen Sie wieder locker. Ziehen Sie  die Zehenspitzen hinauf und spreitzen Sie nach unten weg. So kommt das Blut in den Venen Ihrer Beine in Bewegung. Das können Sie problemlos im Sitzen machen, etwa auch im Flugzeug, oder Auto. Viele Leute denken auch nicht, dass man oft viel länger im Auto, oder Autobus sitzt, als bei einer üblichen Flugreise in den Süden.
Bei groben Venenproblemen wird man jedenfalls zu Stützstümpfen, oder notfalls einer blutverdünnenden Heparinspritze greifen müssen. Dann sollte auch eine lange Flugreise für Menschen mit Venenbeschwerden nicht zum Problem werden.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 25. Juli 2018 sprach Mag. pharmUlrike Zöchling, Hippolyt Apothelke St.Pölten, über "Darm im Urlaub!"

Ein gesunder Darm ist wichtig für die Nährstoffaufnahme, die Immunabwehr und gemeinsam mit der Leberals Entgiftungsorgan. Sogar unser Schlaf, unser Erinnerungsvermögen, emotionale Entscheidungsprozesse werden vom Darm beeinflusst. 

Endlich Urlaub!! ob in den Bergen, am Strand oder in der Stadt, aber: ungewohntes Essen, hohe Temperaturen, Klimawechsel, Zeitverschiebung……all das kann Magen und Darm ganz schön durcheinanderbringen: Magenschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall, Verstopfung…..
Durchfall: hauptsächlich Bakterien als Auslöser, Vorsicht bei unbehandeltem Trinkwasser, Salaten, Eiswürfeln, oder ganzes/rohes Obst. „Cook it, peel it, boil it or forget it!“
Wasser und Elektrolyte („Salz und Zucker“) sofort ersetzen. Aktivkohle, Heilerde oder Pektine binden die Gifte im Darm (2 Stunden Abstand zu anderen Medikamenten!).
Schwarztee, getrocknete Heidelbeeren, Himbeer- und Brombeerblättertee; Probiotika vermehren die gesunden Bakterien im Darm.
Verstopfung: meist mit Blähungen und Bauchschmerzen verbunden; Soforthilfe sind Zäpfchen oder ein Mikroeinlauf, Tropfen und Tabletten brauchen einige Stunden. Achtung: die Verdauung unterliegt wie Schlafen und Herz-Kreislauf der inneren Uhr (Medizinnobelpreis 2017 für zirkadiane Rhythmik), eine Verschiebung kann schon deshalb Probleme machen. Wichtig sind guter Schlaf, regelmäßiges Essen, abends eher Leichtes; Entleerung mind. 3x pro Woche; Flüssigkeit und Elektrolyte sind wichtig  – in der Apotheke bekommen Sie das für Sie passende Getränk auch schon fertig zum Mitnehmen.
Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet: bis zu 4 Jahren höheres Erkrankungsrisiko als Vorschulkinder und schwererer Verlauf. Die Erreger sind fast durchwegs Bakterien, die über befallene Lebensmittel oder verunreinigtes Trinkwasser in den Körper gelangen. Der Flüssigkeitsverlust kann hier bei Durchfall sehr gravierend und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohend sein – daher bei den ersten Anzeichen wie Schwindel oder Schläfrigkeit sofort ausgleichen: elektrolythaltige Lösungen (gehören in jede Reiseapotheke) schluckweise, möglichst kalt undkontinuierlich anbieten; weiters gesalzene Suppen, ORS (Oral Rehydration Solution aus Ihrer Apotheke) oder im Notfall „Soletti und Cola“. Vorbeugend empfehlen wir Probiotika bereits vor Antritt der Reise: diese natürlichen Darmbakterien ermöglichen eine normale Verdauung, unterstützen die Darmflora in allen Funktionen und helfen dem Darm bei seiner Arbeit – die Verdauung wird reguliert und kann die Mineralstoffe besser aufnehmen.
Vor Ort können Sie auch Homöopathika einsetzen (für Kinder Okoubaka oder YvoTour) zur besseren Verträglichkeit ungewohnter Speisen, Erwachsene greifen gerne zu pflanzlichen Tropfen mit Enzian, Kümmel, Pfefferminze.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 18. Juli 2018 sprach Mag. pharm. Dieter Kröner aus Pernitz über Hyaluronsäure 

Hyaluronsäure liegt in vielerlei Geweben als langkettiges Polysaccharid vor und hat viele Funktionen im Körper, bedingt durch die besonderen chemischen Eigenschaften, etwa der Eigenschaft, sehr viel Wasser zu binden (bis zu sechs Liter Wasser pro Gramm!). Der Glaskörper des menschlichen Auges z. B. besteht zu 98 Prozent aus Wasser, das an nur zwei Prozent Hyaluronsäure gebunden ist.

Druckbeständigkeit: Hat eine ganz besondere Bedeutung für den Menschen! Denn z.B. der Gallertkern der Bandscheiben besteht zu einem Großteil aus Hyaluronsäure und deshalb ist es überhaupt möglich, große Teile des Körpergewichts zu tragen, ohne, dass dabei Flüssigkeit austritt.

Die Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt als Schmiermittel bei allen Gelenksbewegungen. Sie ist zwar flüssig, aber durch ihre Gestalt viskos genug, dass sie nicht wie Wasser aus dem Gelenk herausgepresst wird. Zudem haftet sie durch chemische Wechselwirkungen und die äußere Form besonders gut am Knorpel des Gelenks.

Mit zunehmendem Alter sowie bei besonderer Belastung ist bei Gelenken ein Verschleiß zu erkennen. Bei Gelenksbeschwerden kann Hyaluronsäure eingenommen oder in arthrosegeschädigte Gelenke gespritzt werden. Dadurch wird das Gelenk geschmiert und kann weiter als Stoßdämpfer wirken. Eine Verwendung von Hyaluronsäure in Hydrogelen zur Wundversorgung ist auch möglich, um die Wunde für eine bessere Heilung feucht zu halten. Einige Nasensprays enthalten Hyaluronsäure, um der Austrocknung der Nasenschleimhäute entgegenzuwirken. Besonders gut wirkt Hyaluronsäure in Halstabletten zum Schutz der Mund- und Rachenschleimhaut bei kratzendem Hals, Stimmverlust oder auch Halschmerzen. In Augentropfen zur Behandlung des „trockenen Auges“ ist die Verwendung von Hyaluronsäure mittlerweile Goldstandard. Hyaluronsäure sorgt für einen stabilen und langanhaltenden Tränenfilm ohne Beeinträchtigung des Sehens. Sie ist in unterschiedlichen Dosierungen am Markt, je nach Beschwerdebild, auch in Kombination mit anderen Feuchthaltefaktoren oder Mineralstoffen. Sie kann das Auge auch bei längerem Tragen harter oder weicher Linsen vor dem Austrocknen bewahren. Hyaluronsäure wird immer öfters in Kosmetika eingesetzt. Da sie in normaler Größe jedoch nur wenig von der Haut aufgenommen wird, können Fragmente von Hyaluronsäure eingesetzt werden (zerkleinerte Bruchstücke), wodurch diese leichter in die Haut eindringen können.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 11. Juli 2018 sprach Mag. pharm. Gilbert Zinsler aus Horn über Vitamin K

Was passiert bei einem Mangel an Vitamin K? 

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin K ist sowohl für die Blutgerinnung als auch für starke, gesunde Knochen notwendig. Fehlt Vitamin K, wirkt sich das auf das Gerinnungssystem aus. Vitamin K (der Name leitet sich von Koagulation ab) spielt eine zentrale Rolle bei der Gerinnung des Blutes. Es ist an der Produktion von mehreren Blutproteinen beteiligt, von denen einige die Blutgerinnung fördern, während andere den Gerinnungsprozess verlangsamen. Ab einer bestimmten, niedrigen Konzentration von Vitamin K kann es daher spontan zu Blutungen kommen, oder ein unverhältnismäßig starker Blutverlust bei Verletzungen ist möglich. Dies alles ist bei normaler Ernährung relativ selten.

Was sind gute Vitamin-K-Lieferanten?

Es gibt zwei natürlich vorkommende Formen von Vitamin K, nämlich Vitamin K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon). Eine gute Vitamin K1-Quelle ist grünes Blattgemüse, wie Spinat, Salat und Kohl, oder auch Hülsenfrüchte. Vitamin K2 hingegen kommt in tierischen Produkten wie Milch und Eiern vor und kann von Mikroorganismen im Darm gebildet werden. Bakterien im Darm sind in der Lage, Vitamin K1 in Vitamin K2 umzuwandeln. Welche Rolle die Eigenproduktion an Vitamin K hat, ist bis heute nicht sicher geklärt. Die Vitamin-K-synthetisierenden Bakterien kommen in einem Abschnitt des Darms vor, in dem normalerweise eher weniger fettlösliche Vitamine in den Körper aufgenommen werden. Man geht daher davon aus, dass dieses selbst gebildete Vitamin K für die Versorgung kaum eine Rolle spielt. Neugeborene decken ihren Bedarf mit Hilfe von Muttermilch. Dies genügt aber nicht, um die Speicher ausreichend aufzufüllen, weshalb in Babys nach der Geburt durch den Kinderarzt zusätzlich Vitamin K erhalten.

Vitamin K gegen Osteoporose? 

Drei Mikronährstoffen sind besonders wichtig bei der Osteoporose: Kalzium, Vitamin D und Vitamin K. Kalzium ist bekannt als wichtige Substanz für den Knochenaufbau und kann mit Milchprodukten gut mit der Nahrung aufgenommen werden. Vitamin D3 erlebt eine besondere Aufmerksamkeit seit einiger Zeit.  An Vitamin K2 denken aber noch immer weniger Personen: Besonders aber die Bedeutung von Vitamin K2 für den Knochenstoffwechsel ist in den vergangenen Jahren auf reges wissenschaftliches Interesse gestoßen, und dies hat interessante Ergebnisse gebracht. Es wurden mehrere von diesem Vitamin abhängige Proteine im Knochengewebe identifiziert. Dazu zählen Osteocalcin, das Matrix-Gla-Protein und Knochenprotein S. Diese sind an der Mineralisation und Regulation des Knochengewebes beteiligt. Vitamin K erhöht auch das Kalziumbindungsvermögen der Knochen. Zur Osteoporosevorbeugung ist daher nicht nur Kalzium und Vitamin D empfehlenswert, sondern auch Vitamin K: Am einfachsten als Kombinationspräparat 

Vitamin K schützt das Herz?

Vitamin K ist auch für die Prävention und die Rückbildung von Arterienverkalkungen von Bedeutung. Es gibt wissenschaftliche Studien, die zeigen konnten, dass eine Vitamin-K2-reiche Ernährung die Bildung tödlicher Plaques, also „Verkalkungen, bzw. Verstopfungen“ von Blutgefäßen deutlich verringert. Mikroskopisch kleine Risse an den Innenwänden unserer Arterien können durch zu hohen Blutdruck entstehen. s eine Folge schlechter Ernährung und des ansteigenden Blutdrucks entstehen mikroskopisch kleine Risse an den Innenwänden unserer Arterien. Unser Körper versucht natürlich diesen Schaden mittels Cholesterin zu beheben eine bestimmte Form von Cholesterin - das LDL-Cholesterin - welches Calcium und andere Stoffe aus dem Blut anzieht und damit die Risse der Gefäße stopft. Dies kann zu einem tödlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Wieviel Vitamin K benötigt man?

Der Bedarf an Vitamin K beträgt laut Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für Männer im Alter von 19 bis 51 Jahren 70 µg, für Frauen dieser Altersgruppe 60 µg. Danach erhöht sich der Bedarf auf 80 beziehungsweise 65 µg. Vorsicht ist geboten, wenn man Blutverdünnungsmittel einnehmen muss. Eine gleichzeitige Einnahme von blutverdünnenden Arzneimittel mit Vitamin K kann die Gerinnung stören, weshalb in diesen Fällen besonders auf eine unbedenkliche Dosierung geachtet werden muss. Bis zu 45µg pro Tag gelten als nicht gefährlich in Bezug auf die Blutverdünnung. Eine Kontrolle der Blutwerte ist aber zur Sicherheit empfehlenswert.

Wann kann ein Vitamin-K-Mangel auftreten?

Medikamentöse Therapien: Cumarin-Derivate, die zur oralen Antikoagulation eingesetzt werden, sind Gegenspieler (Antagonisten) des Vitamin K und können bei Überdosierung zu lebensgefährlichen Blutungen aufgrund eines relativen Vitamin-K-Mangels führen. Aber auch Gallensäurebinder, Antikonvulsiva oder große Mengen von Salicylaten können einen Vitamin-K-Mangel auslösen.
Chronische Krankheiten des Verdauungstraktes wie bei hartnäckigen Darminfektionen oder anderen Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. lang andauernde Durchfälle, chronische Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, Reizdarm, Glutenunverträglichkeit/Zöliakie) oder nach der chirurgischen Entfernung von Darmabschnitten führen zu Störungen der Darmflora, wodurch die Vitamin-K-produzierenden Bakterien ev. nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Auch längere Antibiotikaeinnahme kann ein Risikofaktor für einen solchen Mangel darstellen.
Fettabsorptionsstörung: Eine weitere mögliche Ursache ist die sogenannte Fettabsorptionsstörung. Dabei ist die Aufnahme von Fetten aus dem Darm gestört. Da Vitamin K ein fettlösliches Vitamin ist und gemeinsam mit Fetten vom Körper aufgenommen wird, kann so ein Vitamin-K-Mangel entstehen.
Störung der Gallenfunktion: Auch eine Störung der Gallenfunktion kann zu einem Mangelzustand führen, da Vitamin K gemeinsam mit Gallensäuren in die Darmzellen aufgenommen wird. Daneben kann eine Vermehrung von Gallensäuren im Stuhl zu Durchfall führen.
Leberschäden: Da Vitamin K in der Leber gespeichert und verstoffwechselt wird, kann es auch durch Leberschäden zu Vitamin-K-Mangelzuständen kommen.

Weitere Ursachen für einen Vitamin-K-Mangel:

Fehlernährung, Alkoholismus, Zystische Fibrose, Adipositas.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 4. Juli 2018 sprach Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd über Schwimmen und Baden – Augen und Ohren

Die Sommerferien stehen vor der Türe und hoffentlich wird das Wetter schön, dass wir viel Zeit im Freibad verbringen werden. Sind viel Menschen im Bad sind diese starkfrequentierten Orte ein idealer Umschlagplatz für verschiedene Krankheitserreger. Augen und Ohren sind dabei ideale Eintrittspforten für Keime jeglicher Art.

Wasser wird in heimischen öffentlichen Badeanstalten und in natürlichen Badegewässern wie der Neusiedlersee oder die Alte Donau ebenso engmaschig kontrolliert wie unser Trinkwasser! Dafür sorgen das österreichische Badewassergesetz und die Bäderhygieneverordnung.
"Jeder Mensch bringt mit einem Hineinspringen bis zu einer Milliarde Bakterien in das Wasser", krank wird aber im Normalfall niemand. Die Bäderverordnung sieht nämlich vor, dass diese Keime innerhalb von 30 Sekunden unschädlich gemacht werden müssen - dem Chlor sei dank.

Trotzdem lauern im Schwimmbecken und Badeteich Gefahren für Augen und Ohren bzw. stellen sich bei mangelnder oder falscher Pflege Schmerzen ein, die man im Urlaub nicht brauchen kann.

AUGEN
Reizung: Nach zu langem Tauchen mit offenen Augen hat man oft rote, brennende und tränende Augen mit Fremdkörpergefühl – typische Zeichen einer leichten Bindehautreizung. Hier empfiehlt sich eine unterstützende Verwendung von Tränenersatzflüssigkeit, die das Auge gut befeuchtet und ihm hilft, sich rasch wieder zu beruhigen und auszuheilen. Derartige Augentropfen leisten auch gute Dienste im Flugzeug beispielsweise.
Davon unterscheiden muss man die klassische Schwimmbadkonjunktivitis, eine bakterielle Infektion durchChlamydien. Die erkennt man daran, dass diese Infektion meist an einem Auge beginnt und durch Badewasser oder verkeimte Gegenstände wie Kontaktlinsen, Handtücher, Kosmetika oder Finger auf das zweite Auge übertragen wird.  Typische Symptome sind dabeiweiß gelbliche schmierig-eitrige Absonderungen, welche besonders am Morgen nach dem Schlafen zu einer Verklebung und Verkrustung führen. Die Bindehaut ist gerötet, die verstärkte Durchblutung führt zu Blutansammlung, häufig begleitet vonFremdkörpergefühl und Juckreiz, einer Schwellung des Augenlids, Schmerzen sowie einer Beeinträchtigung der Sehschärfe.  Obwohl die Infektion nach ca. 14 Tage selbstlimitierend ist, sollte ein Augenarzt konsultiert werden! Durch die Verabreichung von Antibiotika wird die Infektion und Entzündung gebannt. Zur Vorbeugung Schwimmbrille tragen.

OHREN
Baden kann sich auch auf die Ohren schlagen - wie erkenne ich eine Badeotitis? Dabei handelt es sich um eine Entzündung des äußeren Gehorgangs, dem Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell. Sie tritt gerne nach häufigem Baden, Tauchen oder Surfen auf und kann innerhalb weniger Stunden bis maximal 2 Tage starke Schmerzen verursachen, heilt aber bei richtiger Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Tagen wieder vollkommen aus. Sie äußert sich durch Juckreiz, Rötungen, deutliche Schmerzen und Absonderungen aus dem betroffenen Ohr sowie Schwerhörigkeit infolge von Schwellungen. Man erkennt dies durch einen einfachen Test: Wenn die Schmerzen beim Ziehen am Ohrläppchen bzw. Druck auf den Knorpel beim Ohreingang stärker werden, dann liegt meist eine Gehörgangsentzündung vor.

Erste Hilfe
• Antiseptische Ohrentropfen auf Essigbasis helfen, den natürlichen pH-Wert im Ohr wieder herzustellen und lassen Restwasser im Gehörgang abtrocknen – kann man auch vorbeugend nach jedem Baden, Duschen oder Tauchen anwenden und sollte in keiner Reiseapotheke fehlen.
• Entzündungshemmende rezeptfreie Ohrentropfen können ebenfalls max. 2 Tage verwendet werden – sollten die Beschwerden weiter bestehen, wird ein Besuch beim HNO angeraten.
Richtig vorbeugen und reinigen
• Gesunde Ohren brauchen keine Reinigung – Ohrschmalz ist kein Schmutz sondern eine natürliche Schutzschicht, von den Ohrschmalzdrüsen produziert – fettig und bakterienabweisend
• Nach dem Baden/Tauchen/Duschen Wasser aus dem Ohr herauslaufen lassen, indem man den Kopf zur Seite dreht und mit einem sauberen Handtuchzipfel gut abtrocknen oder leicht trockenföhnen.
• Wenn eine Entzündung schon da ist, sollte man aufs Untertauchen eher verzichten oder Badekappe, Badewatte oder spezielle Ohrstöpsel verwenden. Die gibt es in tollen Farben für Kids und Erwachsene.
• Keine Wattestäbchen zur Pflege verwenden! Wer als Taucher an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Tauchgänge plant, sollte nicht das Schmalz entfernen. Die bessere Pflege für die Ohren: nach dem Tauchgang die Gehörgänge mit klarem Wasser spülen und gut vor Zugluft schützen.
• Wer zur Badeotitis neigt, sollte bereits vorbeugend die erwähnten antiseptischen Ohrentropfen/sprays auf Essigbasis verwenden
• Wer unter übermäßiger Schmalzproduktion leidet, greift am besten zu Cerumen auflösendeölige Tropfen, die einwirken und so das Ohrschmalz auflösen oder spezielle Ohrreinigungssprays auf Meerwasserbasis aus der Apotheke.

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„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert.