Radio NÖ Apotheken-Tipps

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 26. Juli 2017 sprach Mag. pharm. Dieter Kröner aus Pernitz über Homöopathie für die Augen

Augen als Spiegel der Seele

Augenerkrankungen sind sehr oft Folgeerkrankungen bzw. Endpunkte anderer Probleme. Immer wieder finden sich auch psychische Auslöser. So kann eine verdrängte, übergangene Trauer im wahrsten Sinne des Wortes die „Tränen versiegen“ lassen, unterdrückter Ärger einen „blind vor Wut“ werden lassen. Natürlich darf man aber organische Ursachen nicht übersehen.

Augenbrennen
z.B. Euphrasia(Augentrost) Augentropfen: wenn Augen brennen, ständig Blinzeln, Lichtscheuheit auftritt.
Zustand wird schlechter durch: Wind, Wärme oder im Zimmer

Feuchtigkeitsmangel
Diverse befeuchtende Tropfen oder Gele bringen Linderung. Häufiger Lidschlag regt die natürliche Befeuchtung an. Klimaanlagen und Gebläse sollte man sich nur dosiert aussetzen, da sie weiter entfeuchten. Bei Trockenheitleichter Rötung oder etwas Brennen: Euphrasia- Augentropfen oder Hyaluronsäure-hältige Präparate wirken befeuchtend , heilend, lindernd.

Augenentzündungen
„Rote“ Augen können mehrere Ursachen haben: Bindehautentzündungen sind häufig, ebenso kleine Fremdkörper. Bei allen Formen der Entzündung (äußerlich, allergisch, autoimmun) kann Homöopathie heilen, braucht aber manchmal die Unterstützung der Schulmedizin als Notbremse, um Zeit für die Heilung zu gewinnen.

Die Beschwerden sind beispielsweise Folge von Erkältungen, die Absonderungen sind gelblich, dick und mild. Die Person hat entzündete, verklebte Augenlider und Gerstenkörner. Verschlechterung durch Wärme und in der Wohnung. Verbesserung durch Kälte, durch Frischluft, sowie im Freien.
-> Hier hilft die Gabe von Pulsatilla pratensis aus der Apotheke

Sind die Beschwerden eine Folge von grellem Licht, also beispielsweise vom in die Sonne schauen, Schweißen oder Löten, mit eitriger Entzündung, oft mit Kopfschmerzen und Sandgefühl: Verschlechterung durch Wärme und in einem warmen Zimmer. Verbesserung durch Kälte und kalte Umschläge.
-> Argentum nitricum

Entzündete Augen allgemein unterstützend behandeln
z.B. Atropa belladonna, Euphrasia und Hepar sulf – Augentropfen bzw. auch Formulierungen mit Aconitum, Apis und Pulsatilla als Augentropfen können hier Linderung bringen.

Augendruck kann plötzlich massiv ansteigen. Hier ist eine schulmedizinische Therapie oft unvermeidlich. Wenn es um die Ausheilung und Verringerung der Anfallsdauer und -häufigkeit geht, erzielt die Homöopathie wieder gute Erfolge.

Allergie: Apis mellifica, Euphrasia, Sabadilla- Augentropfen sind bewährt.
Belladonna, Euphorbium, Mercurius und Ruta- Zusammensetzungen , vor allem ohne Kons.mittel- können auch bei Kontaktlinsenträgern angewendet werden. Es stehen Augentropfenfläschchen für öfteren Gebrauch oder auch Einzeldosenbehältnisse – für nur fallweise Verwendung- zur Verfügung.

Nicht homöopathisch: Wichtige Vitamine!
Vitamin A ist für den Sehvorgang von essentieller Bedeutung. Vor allem die Gewöhnung des Auges an das Sehen im Dunkeln kann nur mit ausreichend Vitamin A und Zink erfolgen. Betacarotin ist eine Vorstufe von Vitamin A und wirkt auch antioxidativ.

Einer der stärksten Radikalfänger zum Augenschutz ist OPC (steht für OligoProCyanidine), das besonders in Traubenkernschalen enthalten ist.
VitC/E: Die Konzentration von Vit C in der Linse ist 40-60 mal höher als im Blut, da bei der Augenlinse besonders viele freie Radikale abgefangen werden müssen.

Tipps:
- Tupfen Sie tränende Augen Richtung Nase aus.
- Sonnenbrille ist wichtig! Graue oder bläuliche Gläser sowie solche, die an Licht abdunkeln, erfüllen diese Anforderungen meist nicht.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 19. Juli 2017 sprach Dr. Angelika Borger aus Wiener Neustadt über die Autoapotheke

Im Falle eines Unfalls sind AutofahrerInnen zur „Ersten Hilfe Leistung“ verpflichtet, auch wenn sie am Unfall nicht beteiligt sind. Deshalb muss eine ordnungsgemäß ausgestattete Autoapotheke mitgeführt werden. §102, Absatz 10 des Kraftfahrgesetzes schreibt vor, dass LenkerInnen von Fahrzeugen ein Verbandzeug mitzuführen haben, das zur Wundversorgung geeignet, in einem widerstandsfähigen Behälter staubdicht verpackt und gegen Verschmutzung geschützt ist. All jene Bestandteile, die ein Ablaufdatum aufweisen, dürfen nicht abgelaufen sein und sollten in regelmäßigen Abständen auf ihre Haltbarkeit überprüft werden.
Das Österreichischer Kraftfahrgesetz schreibt zwar vor, dass eine Autoapotheke (viele nennen sie auch Verbandstasche oder -kassette) an Bord sein muss, legt jedoch keine Mindeststandards für das Verbandmaterial fest. Entspricht sie jedoch der ÖNORM-V5101, erfüllt sie die Mindestanforderungen und kann als experten-praxistauglich eingestuft werden. Für eine fehlende oder mangelhafte Autoapotheke können Strafen verhängt werden, auch wenn nur bei einem einzigen Bestandteil das Ablaufdatum überschritten wurde. Daher sollten sämtliche Bestandteile zumindest einmal jährlich auf ihre Haltbarkeit überprüft werden. Die ApothekerInnen helfen Ihnen gerne dabei. Einige Anbieter punkten mit Verbandsmaterialien mit einer Haltbarkeit von 10 Jahren. ZulassungsbesitzerInnen sind verpflichtet, ein Verbandszeug für das Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, die Verpflichtung zum Mitführen trifft die Lenkenden.
Um die wertvollen Hilfsmittel einer Autoapotheke auch ordnungsgemäß anwenden zu können, erweist es sich als ratsam einen Erste Hilfe Auffrischungskurs zu besuchen.
Die ÖNORM-V5101beschreibt eine sinnvolle und praxistaugliche Zusammenstellung von Kraftfahrzeugapotheken, mit deren Inhalt die meisten typischen Verletzungen, die im Zuge von Unfällen auftreten, versorgt werden können.
Dazu zählen unter anderem:
-) Rettungsdecke – Folie, um Verletzte vor Unterkühlung, Nässe oder Wind zu schützen
-) Dreiecktücher
-) Wundauflagen – saugfähig, nicht fasernd und einzeln steril verpackt um zusätzliche Verschmutzungen der Wunde zu vermeiden
-) metallisierte Verbandtücher mit Saugkissen – sie nehmen Flüssigkeit auf, verkleben jedoch nicht mit der Wunde
-) Heftpflaster und Pflasterstrips, elastische Mullbinden
-) Momentverbände – ein mit der Wunde nicht verklebendes Wundkissen ist zur Fixation direkt mit einer Mullbinde verbunden
-) Verbandschere und Einmalhandschuhe
-) Einmalbeatmungsbehelf gleichermaßen verwendbar für Mund- und Nasenbeatmung – feuchtigkeitsbeständig, keimreduzierend, er muss beidseitig verwendbar sein, er darf bei der Verwendung nicht verrutschen und nicht in den Mund- oder Nasenraum reichen
Neben der Autoapotheke sollte man auch nicht auf eine gut sortierte Reiseapotheke vergessen. Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und Verstopfung sollten ebenso nicht fehlen wie jene gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen. Bei Reisen in den sonnigen Süden entsprechenden Sonnenschutz mit in den Koffer packen. Bei Dauermedikamenten ausreichend großen Vorrat mitnehmen.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 12. Juli 2017 sprach Mag. Diana Antauer aus St. Pölten über NATÜRLICHE HILFEN BEI SOMMER-VERKÜHLUNGEN

Eine Erkältung tritt nicht nur im kalten Winter auf, auch im Sommer können die Viren zuschlagen. Ursachen dafür sind vor allem Klimaanlagen, Zugluft oder feuchte Badekleidung. Weitere Auslöser können zu lange Sonnenbäder oder unzureichende Flüssigkeitszufuhr sein. Das Immunsystem wird geschwächt und dadurch ist man anfälliger für Viren. Folgen sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber. Auch wenn das Wetter schön und verlockend ist, muss eine Sommerverkühlung richtig auskuriert werden. Überfordern Sie also nicht ihren Körper, gönnen sie ihm Ruhe. Die Behandlung gilt wie in der kalten Jahreszeit.

Folgende Hausmittel können bei einer Sommer-Verkühlung Linderung verschaffen :

SALZSPÜLUNG: Sobald die ersten Symptome auftreten, ist rasches Handeln angesagt. Sehr geeignet ist eine Salzspülung der Nase. Die Schleimhäute werden dadurch beruhigt.

SALBEI: mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften ist er ein altbewährtes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten aller Art. Eine Halsentzündung kann man sehr gut behandeln, indem man die frischen Blätter einfach kaut oder damit Tee zubereitet. Dazu einen Teelöffll Salbeiblätter mit heißem Wasser übergießen und nach Belieben mit etwas Honig süßen. Schluckweise den Tee trinken oder lauwarm gurgeln.

KAMILLENBLÜTEN: die entzündungshemmende Wirkung hilft beim Inhalieren von Wasserdampf mit Kamille bei Husten und festsitzendem Schleim. Dazu einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und eine Handvoll Blüten dazugeben. 10 Minuten ziehen lassen und dann den Dampf etwa 10 Minuten durch die Nase ein- und über den Mund ausatmen.

INGWER: besonders wirkungsvoll ist ein Tee mit Ingwer. Die Ingwerwurzel stärkt das Immunsystem und desinfiziert den Rachen. Dazu schält man ein kleines Stück Ingwer, schneidet ihn in Scheiben und gießt diese mit kochendem Wasser auf. Den Tee ca. 5 Minuten ziehen lassen und schluckweise trinken. Auch als Kaltgetränk schmeckt der Tee wunderbar.

KARTOFFELN: Halsschmerzen können mit einem Wickel von 4 - 6 gekochten Kartoffeln gelindert werden. Dazu die Kartoffeln in ein Küchentuch legen, in ein zweites Tuch einschlagen und zerdrücken. Dieses locker um den Hals legen und mit einem Schal fixieren. Nach dem Auskühlen entfernen.

WADENWICKEL: Fieber kann mit Wadenwickel behandelt werden. Dazu wird ein feuchtes Leinentuch um die Unterschenkel geschlagen und mit einem Baumwolltuch umwickelt. Nach ca. 5 Minuten, wenn das Tuch körperwarm ist, soll der Wickel abgenommen werden. Diese Anwendung 2-3 mal wiederholen. Wichtig dabei ist, dass die Beine gut zugedeckt sind, sie dürfen auf keinen Fall kalt werden.

HOLUNDERBLÜTEN- und LINDENBLÜTENTEE senken Fieber auch auf natürliche Weise.

ZWIEBELN: die entzündungshemmende und bakterienabtötende Wirkung der Zwiebel wird in Form von Wickel oder Saft verwendet. Warme Wickel eignen sich hervorragend als Brustauflage bei Husten mit Schleimbildung und zur Unterstützung bei Bronchialinfekten. Als Saft werden zwei Zwiebeln geschält, klein geschnitten und mit einigen EL Zucker aufgekocht. Anschließend lässt man den Saft auskühlen und seiht ihn durch ein Tuch ab. Davon 2 x täglich 1 Esslöffel einnehmen. Den Rest im Kühlschrank aufbewahren. 

Tipps zur Vermeidung einer Sommer-Verkühlung

  • Mindestens 2-3 Liter pro Tag trinken
  • Nasse Badekleidung wechseln
  • Durst nicht mit eiskalten Getränken löschen
  • Klimaanlagen nicht zu kühl einstellen
  • Zugluft meiden, vor allem, wenn Sie nassgeschwitzt sind
  • Viel Bewegung an der frischen Luft - somit kann der Körper in den Sommermonaten seinen Vitamin D-Speicher auffüllen
  • Vitamine zuführen - Vitamin C (regt die Bildung weißer Blutkörperchen an und ist ein hervorragendes Antioxidationsmittel), enthalten in Brokkoli, Zitrusfrüchten, Paprika, etc.
  • Kein längerer Aufenthalt in der prallen Sonne - das schwächt die Immunkraft

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 5. Juli 2017 sprach Mag. Ulrike Zöchling von der Hippolyt Apotheke in St. Pölten über Vitamin B für die Haut

Alle 8 B-Vitamine sind wichtige Nährstoffe für Haut und Nerven. Besonders gemeinsam, als B-Komplex.
Vorkommen in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, außer Vitamin B12: nicht in pflanzlichen Lebensmitteln, wird aber in der Leber gespeichert.
B1 Thiamin wichtig für Nerven und Herzmuskel; für Diabetiker mit B6 und Folsäure; In Vollkornprodukten, Fisch, Hülsenfrüchten, Karfiol (am wenigsten blähendes Kohlgemüse) und Kartoffeln. Nicht hitzebeständig!
B2 Riboflavin für Wachstum und Entwicklung der Zellen; lichtempfindlich; in Milch und Milchprodukten, Eiern, Fisch, Fleisch, Vollkornprodukte, Gemüse.
B3 Niacin wichtig bei Allergien und Akne, aber auch für das zentrale Nervensystem und die Psyche (Depression, Demenz), für „gutes“ Cholesterin; in Fleisch, Gemüse und Vollkornprodukten.
B5 Pantothensäure wichtig für Haut und Schleimhäute, Haare und Nägel; bei Wunden und Verbrennungen (Schürfwunden); zur Hautregeneration (Sonnenbrand); Immunsystem der Haut (Kälte im Winter); mit B1 für die Zellteilung, also Bildung von neuen Haarzellen wichtig; in vielen Lebensmitteln, besonders Vollkornprodukten, Innereien, Eier.
Kortisontabletten (gegen Entzündungen) können auch neue Zellbildung verhindern – die Haut wird dünner – Pflege zur Stärkung der Haut wichtig!
B6 Pyridoxin wichtig fürs Nerven- und Immunsystem, für den roten Blutfarbstoff; in Hühner- und Schweinefleisch, Fisch, Vollkornprodukte, in Nüssen, grünem Gemüse, Bananen, Kartoffeln.
B7 = Vitamin H = Biotin zur Erhaltung normaler Haut und Haare; kann die Struktur von Haaren, Haut und Nägeln verbessern; in vielen Lebensmitteln (aber wenig enthalten).
Folsäure B9 oder B11 wichtig für Teilung und Neubildung von Zellen in Haut und Schleimhaut, besonders in der Schwangerschaft; in grünen Gemüsesorten, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Weizenkeimen, Sojabohnen, auch Innereien, Milch und Milchprodukten, Eier. Hier haben die meisten Personen einen Mangel (ca 50%), äußert sich oft in Verstimmungen (grantig).
B 12 Cyanocobalamin wichtig für Zellteilung und Blutbildung, Immunsystem; mit Folsäure und B6 vorbeugend gegen Verkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall; wichtig bei Einnahme von Säurehemmern und ASS oder Alterszucker; in Innereien, Fisch, Käse, Sauerkraut (vergoren), Brottrunk.
Vitamin B-Verbrauch ist hoch bei: Diabetiker, Raucher,Sportler, ältere Menschen, bei Einnahme von Pille oder Antidepressiva…..Ihre Apotheke berät Sie gerne!

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 28. Juni 2017 sprach Mag.pharm. Gilbert Zinsler von der Landschafts-Apotheke in Horn über Harnwegsinfekte

Warum wirken Preiselbeeren vorbeugend bei Harnwegsinfekten?
Für die antioxidative und bakterienhemmende Wirkung sind Proanthocyanidine und Anthocyane, also die Farbstoffe, die den Preiselbeeren die rote Farbe geben, die wichtigsten Substanzen. Diese Inhaltsstoffe verhindern, dass sich verschiedene Keime, besonders E. coli und anderen Bakterien an der Blasenwand anhaften. Diese Bakterien haben kleine tentakelartige Fransen, Fimbrien genannt, mit denen sie am Gewebe andocken. Cranberry-PACs verhindern dieses Andocken und die Colibakterien haben somit eine ihrer wichtigsten Infektionseigenschaften eingebüßt. Die Wirkung der PACs spielt sowohl bei der Prophylaxe als auch bei der Therapie einer Blasenentzündung eine Rolle. Preiselbeeren haben also keine antibiotische Wirkung, das heißt, sie töten schädliche Bakterien nicht ab oder hemmen sie im Wachstum. Sie verhindern bloß das Andocken an die Schleimhaut, so dass die Keime „unverrichteter Dinge“ mit dem Harn wieder ausgeschieden werden. Es handelt sich somit um eine sanfte und nebenwirkungsfreie Methode, die Harnwege zu schützen!

Ist die Wirkung von Preiselbeerpräparaten nachgewiesen?
Mehrere klinische Studien bei sowohl jungen PatientInnen, als auch mit SeniorInnen mit immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten haben einen prophylaktischen Effekt aufgrund täglichem Cranberrykonsum nachgewiesen. Die meisten Versuche wurden mit der amerikanischen Form der Preiselbeere, der Cranberry gemacht, aber man kann davon ausgehen, dass unsere gute alte europäische Preiselbeere die gleichen Eigenschaften besitzt.

Ist Preiselbeersaft oder sind Tabletten aus der Apotheke wirksamer?
Üblicherweise gilt bei Nahrungsmitteln der Grundsatz: Je natürlicher und naturbelassener, desto besser. Ein reiner Saft hat im Vergleich zu Tabletten oder Kapseln jedoch etliche Nachteile. Er ist oft deutlich teurer, hat meist viel Zucker und Kalorien, muss gekühlt gelagert, in größeren Mengen vorrätig gehalten werden und nach Hause getragen werden und trifft meist auch nicht jedermanns Geschmack. Hochkonzentrierte Extrakte in Tablettenform oder Produkte zum Auflösen aus der Apotheke sind daher in diesem Fall eine gute Alternative, die hinsichtlich der Wirksamkeit einem Saft ebenbürtig sind.

Woran erkennt man Harnwegsinfekte?
Die klassischen Symptome: Brennen beim Harnlassen, vermehrter Harndrang, ev. auch Schmerzen im Unterbauch: Um sicher zu gehen, reicht meist ein Urinstreifentest um die Diagonse zu bestätigen: Diese zeigen Leukozyten, Nitrit oder Hämoglobin an. Sind diese Werte erhöht, liegt meist ein Harnwegsinfekt vor. Ist die Harnwegsinfektion rechtzeitig erkannt, handelt es sich in den meisten Fällen um eine unkomplizierte Entzündung, die schnell behandelt werden kann und ohne Folgen ausheilt. Dafür ist es wichtig, die Harnwege durchzuspülen und zu diesem Zweck viel Wasser sowie Tee zu trinken. Auf stark gesüßte Lebensmittel sollte bis zur Abheilung verzichtet werden, da diese den pathogenen Keimen als Nahrung dienen.

Wie werden Harnwegsinfekte hervorgerufen?
Auslöser für eine Blasenentzündung sind in der Regel Darmbakterien, die über die Harnröhre in die Blase gelangen. Blasenentzündungen betreffen vor allem Frauen, da ihre Harnröhre sehr viel kürzer ist als die des Mannes. Darmbakterien können somit schneller in die Blase aufsteigen und sich dort ansiedeln. Bei einer Nierenbeckenentzündung steigen die Keime weiter in die Nieren auf. Eine Nierenbeckenentzündung muss in jedem Fall ärztlich behandelt werden. Verursachender Übeltäter ist in den meisten Fällen der Keim E. coli, gefolgt von anderen Bakterien, wie Proteus mirabilis Klebsiella pneumoniae, Staphylococcus saprophyticus und Streptococcus faecalis.

Welche Tees können hilfreich sein?
Man unterscheidet diuretische und antibakterielle Arzneitees. Bei Harnwegsinfektionen werden oft Bärentraubenblätter und Meerrettichwurzel angewendet, die desinfizierend wirken. Der wirksame Inhaltsstoff Arbutin der Bärentraube wird jedoch nur im alkalischen Urin freigesetzt. Außerdem mindert der bittere Geschmack der Teezubereitung deutlich die Freude an der Anwendung. Rosmarin wird in der Naturheilkunde seit jeher unter anderem zur Anregung des Harnflusses verwendet. Wirkstoffe aus der Liebstöckelwurzel werden vor allem wegen ihres harntreibenden und krampflösenden Effekts geschätzt. Für Brunnenkresseextrakte liegen zahlreiche positive Studien vor. Besonders gerne wird aber Cranberry verwendet.

Wie kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?
Viel trinken – am besten Blasentee aus der Apotheke! Die ausspülende Wirkung von Tee ist die einfachste und beste Therapie.
Ab auf die Toilette: Den Harndrang nicht unterdrücken. Auch wenn es brennt und unangenehm ist – sobald die Blase sich meldet, sollten die Schritte zur nächstgelegenen Toilette gelenkt werden. Sich das Geschäft zu verkneifen ist deshalb nicht gut, weil die Bakterien eigentlich herausgespült werden sollen und sich sonst eher noch vermehren.
Die Harnblase möglichst vollständig entleeren.
Dresscode: Synthetische Unterwäsche, die ein warmes, feuchtes Milieu begünstigt, begünstigt auch die Vermehrung von Keimen. Luftdurchlässigere Materialien wie Baumwolle eignen sich hier besser und sollten regelmäßig bei 60-90° gewaschen werden, damit auch die letzten Bakterien vernichtet werden.
Nässe und Unterkühlung vermeiden, d.h. z.B. Badewäsche wechseln und nach dem Baden trockene Sachen anziehen.
Warm halten: Die Oma hat es uns immer schon gesagt – nicht auf kalten Flächen sitzen und die Füße immer schön warmhalten! Dem ist nichts hinzuzufügen.
Wer anfällig für Harnwegsinfekte ist, sollte zudem darauf achten, möglichst bald nach dem Geschlechtsverkehr – am besten innerhalb von 15 Minuten – die Toilette aufzusuchen, damit mögliche bakterielle Erreger schnell ausgespült werden und eine Keimwanderung vermieden werden kann.
Verstopfung behandeln.
Die richtige Hygiene: Reinlichkeit ist zwar wichtig, gerade „Down Under“ sollte sie aber nicht übertrieben werden. Chemische Waschlotions, Intimdeos oder -sprays, aber auch Seife bringen die Intimflora schnell aus dem Gleichgewicht und begünstigen so eine Entzündung. Am besten ist daher, nur warmes Wasser zu verwenden. Auch auf der Toilette ist Vorsicht geboten: Das WC-Papier sollte generell nur eine Richtung kennen und zwar von vorne nach hinten.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?
Bei Verschlimmerung der Symptome oder keine Besserung innerhalb von drei Tagen, Schmerzen in der Nierengegend, Blut im Urin, schweres Krankheitsgefühl, Fieber, bei Schwangeren, Kindern oder Diabetikern sollte ärztlicher Rat gesucht werden. 

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 21. Juni 2017 sprach Mag. Mag. pharm. Gert Dieterich, MSc aus Wilhelmsburg über Sonnenschutz

Teil 1: Sonnenschutz von Innen
Warum ist es so wichtig, sich auch innerlich vor der Sonne zu schützen?
Um Mißverständnissen vorzubeugen, der Sonnenschutz durch Sonnencremen ist ebenso unerlässlich, wie der Schutz von Innen. Die Sonne wird immer gefährlicher (schwindende Ozonschicht,..), und die Menschen werden immer empfindlicher, v.a. durch Umweltgifte. Die Folgen eines schlecht geschützten Sonnenbades sind Sonnenbrand, Sonnenallergie und Sonnenschäden bis zum Hautkrebs.

Was bewirken die Sonnenschutzmittel zum Schlucken?
Die Haut wird robuster gegenüber der Sonnenstrahlung, die Allergieneigung wird geringer, die Sonnenbrandgefahr wird minimiert, die Bräune wird tiefer und hält länger an und man bleibt auch nach dem Urlaub länger braun.

Wovon hängt die Sonnenintensität ab?
Sie hängt ab von der Jahreszeit, dem Sonnenstand, dem Breitengrad auf dem man sich aufhält, der Höhe (Berge) und einer möglichen Reflexion der Sonnenstrahlen (Wasseroberfläche, Schnee).

Sonnenlicht besteht u.a. aus Ultravioletter Strahlung UV-A und UV-B:

UV-B Strahlen sind kurzwellig, sehr energiereich und bewirken spät eintretende aber lang anhaltende Bräune. Sie sind aber auch für Sonnenbrand, Hautalterung und Hautschäden (Krebs) verantwortlich. UV-B-Strahlen regen die pigmentbildenden Zellen an Melanin zu bilden (dauert einige Tage).

UV-A Strahlen sind langwellig energieärmer und führen zur Sofortbräunung, die aber nicht sehr lange anhält. Sie lösen Sonnenallergien aus, schädigen die Netzhaut des Auges, lassen die Haut altern. Die Haut verliert an Elastizität und Altersflecken werden gefördert. UV-A-Strahlen färben das Melanin in der Haut und sorgen für eine schnelle Bräune.
Der Mensch hat weniger natürlichen Schutz gegenüber der Sonne als Tiere (Schuppen, Fell, Federn). Bei ungebräunter Haut hat die Haut einen Eigenschutz von maximal 20 min bevor sie rot wird.

Wann und wer soll nun diese Sonnenschutzmittel schlucken?
Im Grunde gelten die gleichen Kriterien wie bei der Wahl des richtigen Sonnenschutzfaktors bei Sonnencremen:
• Je heller der Hauttyp, desto wichtiger
• Im Sommer
• Vor Urlauben, vor allem in ungewohnten Breitengraden
• Bei Sonnenallergie
• Anti Aging, Gesunde lang anhaltende Bräune
• Manche Medikamente wirken photosensibilisierend: einige Antibiotika, Johanneskrautpräparate,...
Ganz wichtig ist mit den Sonnenschutzmitteln zum Schlucken rechtzeitig zu beginnen, am besten 3 Monate vorher

Beta-Carotin: (Carotinoide) ist das bekannteste Sonnenschutzmittel zum Schlucken. Provitamin A Ist ein Pflanzenwirkstoff aus der Karotte (orange). Dienen auch der Pflanze als Sonnenschutz. Der Mensch kann Carotin aufnehmen. Es wird durch Enzyme umgewandelt und dient dem Menschen als Sonnenschutz.
Natürliche Vorkommen sind Marillen, Mango und natürlich die Karotte, aber auch bestimmte Meeresalgen, z.B. Dunaliella salina.
In Kombination mit Lycopin (aus der Tomate) - auch ein Carotinoid - hat man zusätzlich eine gute Anti Aging Wirkung. Carotin wirkt als Radikalfänger in den Hautzellen. Radikale sind agressive Sauerstoffmoleküle, die durch UV-Strahlung, Umweltgifte, Rauchen, übermäßigen Sport entstehen und die Zellen schädigen. Carotin kann in der Haut v.a. die durch die UV-Strahlung gebildeten Radikale abfangen.

Welche Antioxidantien werden neben Carotin noch verwendet?
Carotin wird meistens in Kombination mit Vitamin C verwendet. Vorkommen sind Zitrusfrüchten, Hagebutte, Sanddorn, Spinat, Kartoffeln, Erbsen.  ei Sonneneinstrahlung (und ganz wichtig nach Sonnenbrand) erhöht sich der Bedarf auf 1000 mg pro Tag.
Auch Vitamin E: Vorkommen in Getreide- und Weizenkeimen. Hautzellen werden vor Radikalen geschützt.
Selen: It ein Spurenelement, dass über die Nahrung aufgenommen wird.
Kalzium ist ein Mineralstoff und der Baustein der Knochen und kann bei Sonnenallergien die Ausschüttung von Histamin verringern. Bei frühzeitiger Gabe kann das Ausbrechen einer Allergie vermieden werden. Wichtig: einige Tage vor der geplanten Exposition Dosissteigerung auf bis zu 1 Gramm.
Auch bewährt sich Grüner Tee (Camellia sinensis) schützt vor der Sonne. Es handelt sich dabei um die gleiche Pflanze wie beim Schwarztee, aber der Trocknungsprozess ist milder, wodurch die Enzyme erhalten bleiben, die als wirken Radikalfänger. 
Schwarzkümmelöl (Nigella sativa): Aus dem Samen der Pflanze gewonnen. Die Inhaltstoffe sind wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ätherische Öle. Die Wirkung beruht auf die Bildung von „guten“ Prostaglandine, die entzündungshemmende und antiallergische Wirkung haben. Ebenso wird die Hautstruktur verbessert. Wichtig: 3-4 Monate ohne Unterbrechung einnehmen.
Nachtkerzenöl (Ohnothera biennies): Ist ebenso reich an ungesättigten Fettsäuren und hat daher eine ähnliche Wirkungsweise wie Schwarzkümmelöl. Nachkerzenöl hat eine gute Anti Aging Wirkung, da die Hautstruktur verbessert wird.
Coenzym Q10: Kommt vor in Sardinen, Schweinefleisch, Rindfleisch, Olivenöl, Geflügel, Brokkoli, Sonnenblumenöl, und Käse, ist ebenfalls ein guter Radikalfänger. Besonders im Alter erhöhter sich der Bedarf an Q10. Bei Menschen mit Q10 Mangel (Alter, Sport, Stress, körperliche Belastung,..) wirkt die Gabe von Co-Enzym Q10 sehr gut.

Teil 2: Sonnenschutz von Außen

In unseren Breiten kann grob zwischen 4 Hauttypen unterschieden werden.
• Hauttyp I (extrem sonnenempfindlich): Rothaarig, Sommersprossen, helle Haut, helle Augen. Wird immer rot, bräunt nie. Eigenschutzzeit: 5-10 Minuten.
• Hauttyp II: Blond, blauäugig, helle Haut. Wird immer rot, geringe und langsame Bräunung. Eigenschutzzeit: 10-20 Minuten.
• Hauttyp III: Brünett. Helle bis hellbraune Haut, dunkelgraue oder braune Augen. Wird manchmal rot, bräunt schnell. Eigenschutzzeit: 20-30 Minuten.
• Hauttyp IV: Dunkelhaarig, olive bis dunkelbraune Haut, braune Augen. Wird fast nicht rot, schnelle und tiefe Bräunung. Eigenschutzzeit: 30-40 Minuten.
Für Hauttyp 1 + 2 ist zu Beginn des Sonnenbadens einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mind. 30, und für Hauttyp 3 + 4 ein LSF von mind. 15 zu empfehlen. Der Lichtschutzfaktor kann im Laufe der Sonnengewöhnung reduziert werden. Kinder sollten mit wasserfester Sonnencreme mit einem LSF von 50+ eingecremt werden.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist ein Maß für den UVB-Schutz. Genau genommen gibt er den Schutz vor Sonnenbrand an. Produkte mit einem LSF von 6 und 10 haben ein niedriges, von 15, 20 und 25 ein mittleres, von 30 und 50 ein hohes und jene mit 50+ ein sehr hohes Schutzniveau. Das genormte UVA-Logo auf der Verpackung gibt einen quantifizierten Mindest-UVA-Schutz an, der parallel zum UVB-Sonnenschutzfaktor ansteigen muss. Je höher der LSF, desto höher muss auch der UVA-Schutz sein.
Mittlere und hohe Schutzleistungen werden durch den kombinierten Einsatz von organischen, öl- oder wasserlöslichen (chemischen) und anorganischen unlöslichen (physikalisch) Filtersubstanzen erreicht. Liposomale Lotionen sind extrem wasserfest und thermo- sowie photostabil. Liposomaler Sonnenschutz mit DNA-Reparaturenzymen hilft durch Sonnenstrahlen verursachte Hautschäden zu reparieren.
Ein entsprechendes Schutzniveau ist jedoch nur gewährleistet, wenn ausreichend Sonnenschutzmittel aufgetragen wird (mind. 2mg/cm2). Diese Menge entspricht gut 3 Esslöffeln für eine einmalige Anwendung bei einem Erwachsenen. Der Tagesbedarf einer vierköpfigen Familie würde somit bei nur zweimaliger Anwendung 200 – 250 ml betragen.

Welche allgemeinen Tipps sollen beachtet werden?
• Vernünftiges Verhalten in der Sonne und richtige Selbsteinschätzung der persönlichen UV-Empfindlichkeit.
• Achten Sie auf die richtige Kleidung, denn Textilien bieten einen guten, wenn auch nicht kompletten Schutz gegen die Sonne (4-H-Regel: Hut, Hose, Hemd, hoher Lichtschutzfaktor).
• Das Sonnenschutzmittel sollte nach individueller UV-Empfindlichkeit ausgewählt werden, über einen UVB- und UVA-Schutz verfügen und photostabil sein.
• Tragen Sie genügend Sonnenschutz, ca. 0,5 Stunden vor dem Sonnenbaden, auf (s.o.) und vergessen Sie nicht auch Nase, Ohren, Fußrücken und Schultern einzucremen. Hinweis: Der Aufenthalt im Schatten schützt empfindliche Haut nicht zwangsweise vor Sonnenbrand, also gilt auch hier: eincremen!
• Entfernen Sie Kosmetika oder Parfum bevor Sie sich in die Sonne legen.
• Da wasserfester Sonnenschutz nicht beliebig lange hält und nach dem Abtrocknen Creme verloren geht, empfiehlt sich erneutes Auftragen von Sonnenschutz.
• Meiden Sie die Mittagssonne (11:00 - 15:00 Uhr) und halten Sie sich bevorzugt im Schatten auf.
• Cremen Sie sich nach dem Sonnenbad mit einem Aprés-Produkt ein.
• Sorgen Sie - je nach Schweißverlust - für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von ca. 2- 4 Liter (kein Alkohol).
• Säuglinge bis zu einem Jahr dürfen nie der prallen Sonne ausgesetzt werden.
• Bei Kindern ist zusätzlich darauf zu achten, dass der wasserfeste Sonnenschutz auch speziell für Kinder entwickelt ist und ein Sonnenhut, eine Sonnenbrille vom Fachhandel sowie Schuhe getragen werden (bei Sandalen die Füße immer gut eincremen, da Sonnenbrandgefahr an den freien Stellen besteht). Stark trocknende Sonnencremen mit hohem Alkoholgehalt (Gele) sind für Kinder ungeeignet. Tragen Sie kein Babyöl auf, bevor Sie mit dem Kleinkind ins Freie gehen. Dies macht die zarte Babyhaut noch lichtempfindlicher.
• Einige Medikamente können die Haut noch empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlung machen. Dies betrifft in der Selbstmedikation vor allem Johanniskraut-, Arnika- sowie Baldrianpräparate.
• Sorgen Sie für einen Sonnen-/Hautschutz von innen

Was soll ich verwenden? Sonnencreme, -gel, -milch oder –spray?
Am wichtigsten ist den richtigen Sonnenschutzfaktor zu wählen! Und hier gilt, besser zu hoch als zu niedrig. Ein hoher Sonnenschutzfaktor bedeutet nicht unbedingt, dass man weniger stark braun wird. Es braucht nur etwas länger, dafür kann man länger in der Sonne bleiben. Mittlerweile gibt es viele Sonnenschutzprodukte. Ob Creme, Gel, Milch oder Spray ist für den Unempfindlichen zweitrangig. Nur die, die unter Allergien leiden müssen bei der Darreichungsform aufpassen. Sonnencremen enthalten Emulgatoren, die nicht jede Haut verträgt. In solchen Fallen sind, dann Gele geeigneter, denn sie enthalten keine Emulgatoren und sind daher verträglicher. Leider sind diese Gele weniger wasserresistent und müssen daher öfter nachgeschmiert werden.

Sonnenschäden und Nachbehandlung

Sonnenstich
Wenn man sich zu lange der Sonne aussetzt. Symptome: starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, plötzliche Müdigkeit, Ohrensausen sowie Sehstörungen. Suchen Sie sofort Schatten auf, halten Sie den Kopf erhöht und umwickeln sie den Kopf mit feuchten kühlen Tüchern. Trinken Sie genug (z. B. 1 TL Salz auf 1 Liter Wasser oder ein entsprechendes Präparat aus der Apotheke bei Erbrechen zum Ausgleich des Elektrolythaushaltes).

Hitzschlag
Wärmestau im Körper - dieser muss nicht direkt der Sonne ausgesetzt gewesen sein. Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen sowie trockene, rote und erhitze Haut. Die Körpertemperatur kann bis auf 40 °C ansteigen und es kann zu Bewusstlosigkeit, Schock und Kreislaufversagen kommen. Sofortmaßnahmen siehe Sonnenstich.

Sonnenbrand
Wenn der natürliche Sonnenschutz der Haut noch nicht vollständig aufgebaut ist, nicht genügend Sonnenschutzmittel aufgetragen oder die Haut zu lange der Sonne ausgesetzt wurde. Vorbräunen im herkömmlichen Solarium beugt einem Sonnenbrand nicht vor, da dabei zumeist UV-A-Strahlen eingesetzt werden. Kühlen sie die Haut mit Eiswürfeln, Aprés-Creme, Essigsaurer Tonerde, Schaumspray oder Topfen- bzw. Joghurtkompressen und meiden Sie bis zur Heilung direkte Sonnenbestrahlung.
Jeder Sonnenbrand bedeutet einen massiven Eingriff in die Hautstruktur und kann die Entstehung von Hautkrebs fördern.

Melanom (bösartigster Hautkrebs)
Entwickelt sich meist im Bereich eines bereits bestehenden Muttermales, häufig bedingt durch übermäßig starke Sonnenbelastung bei ungenügendem Sonnenschutz. Da Hautkrebs im Frühstadium erkannt, sehr gute Heilungschancen hat, sollten Sie Muttermale auf folgende Warnzeichen hin regelmäßig kontrollieren: A (Asymmetrie) = assymetrisches Wachstum, B (Begrenzung) = zackige und unregelmäßige Begrenzung, C (Colorit) = verschiedene braune und schwarze bzw. rötliche und auch graue Farbtöne, D (Durchmesser) = zunehmende Größe. Weiters zu beachten: Juckreiz, Entzündung, Blutung! Eine jährliche Untersuchung beim mir oder einem/r Hautarzt/-ärztin ist anzuraten.

Polymorphe Lichtdermatose ("richtige Sonnenallergie") wird durch UV-A-Strahlung hervorgerufen und betrifft vor allem Hautareale, die selten der Sonne ausgesetzt sind wie Dekolletee, Nacken und Hals. Es bilden sich kleine juckende Bläschen oder Knötchen bzw. erhabene rote Flecken, welche sich erst nach Stunden/Tagen zurückbilden. Verwenden Sie Hautschutzmittel für Allergiker (z. B. Gele) aus Ihrer Apotheke.

Mallorca-Akne entsteht durch Reizung der Haarfolikel, hervorgerufen durch Emulgatoren in Sonnenschutzmitteln.

 Die Photoallergische Reaktion wird durch UV-Bestrahlung eines Allergens (Medikamente, Parfum, chemische Filter, ätherische Öle etc.) ausgelöst und ist charakterisiert durch Hautausschlag oder Nesselsucht.

Aprè-Behandlung der Haut
Nach jedem Sonnenbad sollte die Haut mit einem Aprè-Produkt behandelt werden, um Lipide und Feuchtigkeit zu spenden.
Inhaltsstoffe dieser Cremen und Lotionen sind:
Vitamin E - Radikalfänger
Hyaluronsäure – zur Regeneration des Bindegewebes
Azulen - aus der Kamille, wirkt entzündungshemmend
Aloe Vera – wirkt entzündungshemmend, bildet eine „Schutzschicht“.
Pre- und Aftersun Lotion mit einem Schüssler-Mineralstoffgemisch bindet freie Radikale und schützt die Haut.  

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 14. Juni 2017 sprach Mag. Andreas Gentzsch aus St. Pölten über Beinwell

Klinische Studien haben ergeben, dass Salben mit Beinwell-Extrakt mindestens ebenso wirksam und verträglich sind wie häufig verwendete Schmerzgele mit dem Wirkstoff Diclofenac. Ein direkter Vergleich zeigte sogar, dass das pflanzliche Präparat in puncto Wirksamkeit dem nicht-steroidalen Antirheumatikum (Diclofenac) in einigen Teilbereichen sogar überlegen ist.

Der Echte Beinwell (Symphytum officinale) wird schon lange als Heilpflanze genutzt. Sein Name sagt bereits viel über seine medizinische Verwendung aus. In einigen Regionen wird er auch Beinwurz oder auch Wallwurz genannt. Das „Wallen“ einer Wunde bedeutete, dass sie zuwächst und heilt. Auch der lateinische Name „Symphytum“ hat eine medizinische Bedeutung und kann mit „Zusammenwachsen“ übersetzt werden.

Selbst Hildegard von Bingen und Paracelsus verwendeten ihn zur Heilung von Knochenschäden, Wunden und Geschwüren. Heute setzt man die Heilpflanze unter anderem bei Entzündungen, Prellungen, Muskel- und Gelenkschmerzen ein.

Obwohl Beinwell seit Jahrhunderten bereits als Heilpflanze verwendet wird, ist auch heute noch der genaue Wirkmechanismus nicht restlos geklärt. Zu den wirksamen Bestandteilen zählen Allantoin, Schleimpolysaccharide, Gerbstoffe und Rosmarinsäure. Allantoin fördert die Wundheilung und beschleunigt die Zellregeneration. Es wird in der pharmazeutischen Industrie vielfach als Wirkstoff für Wundsalben und -cremen zugefügt. Die sogenannten Schleimpolysaccharide haben reizlindernde und resorptionsfördernde Eigenschaften.

Vor einigen Jahren wurde in einer Studie festgestellt, dass eine in dieser Pflanze vorkommende chemische Verbindung (Pyrrolizidin-Alkaloide) bei oraler Einnahme in höherer Konzentration schädlich für den Menschen ist. Obwohl Beinwell weniger als 0,1 Prozent dieses Stoffes beinhaltet, und diese Untersuchung für den Verzehr der Substanz gilt, wurde die Verwendung dieser Pflanze verboten. Erst eine Neuzüchtung von Beinwell, welche frei von diesen Alkaloiden war, ermöglichte eine medizinische Weiterverwendung dieser jahrhundertealten Kulturpflanze.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter drei Jahren dürfen Beinwell-Zubereitungen weiterhin nicht angewendet werden, da noch keine klinischen Daten zur Unbedenklichkeit vorliegen.Beinwell ist eine ausdauernde und krautige Pflanze und wächst bevorzugt an feuchten Stellen an Bachufern, auf Äckern, Wiesen und am Waldrand. Er kann bis zu einem Meter hoch werden und blüht reichlich mit rot-violetten, glockenartigen Blüten. Die Wurzeln sind verdickt und die oberirdischen Pflanzenteile sind rau oder borstig behaart. Von der Gattung Symphytum gibt es etwa 40 Arten. 

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 7. Juni 2017 sprach Mag. Dr. Angelika Borger aus Wiener Neustadt über Narbenpflege

Die Haut des Menschen kann nach Unfällen oder Operationen tiefer verletzt werden, als Folge des Wundheilungsprozesses entstehen Narben. Wenn sich diese Narben an deutlich sichtbaren Stellen befinden, können sie das Selbstbewusstsein des Einzelnen erheblich beeinflussen. Die richtige Narbenpflege kann das Erscheinungsbild von Narben deutlich verbessern, auch wenn sie nicht zur Gänze verschwinden werden.
Der erste wichtige Schritt bei der Narbenpflege ist die positive Wundheilung. Sind die Wundränder geschlossen, sollte auf Folgendes geachtet werden:

Frische Narben dürfen nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Dadurch können Pigmentverschiebungen vermieden werden, die zu dauerhaften Verfärbungen der betroffenen Körperstellen führen. Enganliegende Kleidung kann reizend wirken, Rötungen und Verhärtungen sind die Folge, nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es sich bei Narbengewebe um junge, dünne und empfindliche Hautschichten handelt. Zerrungen oder Dehnungen des Hautgewebes unbedingt vermeiden, damit die Haut nicht spannt. Daher sollten circa drei Wochen sportliche Aktivitäten gemieden werden.
Die Hautfasern benötigen circa vier bis sechs Wochen um sich miteinander zu verankern. Mit intensiver Narbenpflege sollte daher erst etwa ein Monat nach der Operation bzw. dem Unfall begonnen werden. Erfolgt die Narbenbehandlung zu früh, lösen sich die Verankerungen, die Narbe wird zwar flach, jedoch breit. Nach etwa vier Wochen hingegen hat die Haut an der Narbenstelle eine gewisse Verankerung aufgebaut, mit der Pflege kann nun zügig begonnen werden.

Narbencremes bzw. -gele enthalten zumeist Wirkstoffe, die das Gewebe elastischer machen, Rötungen und Juckreiz entgegenwirken. Eine Narbe entwickelt und regeneriert sich über einen Zeitraum von etwa 2 Jahren. In dieser Zeit reagiert das Gewebe besonders empfindlich auf positive und negative Einflüsse. Achtet man vor allem in den ersten beiden Jahren auf seine Narbe, so wird diese es mit einer unauffälligen Narbenbildung danken. Das Gewebe sollte zweimal täglich sanft mit einem entsprechenden Produkt massiert werden. Auch ältere Narben können behandelt werden. Dazu mein Tipp - bedecken sie die Narbe über Nacht dick mit dem Narbenpflegeprodukt, ein Verband darüber hilft, dass der Wirkstoff in das Gewebe besser und intensiver einziehen kann. Die Kollagenfasern werden dadurch geschmeidiger, die Narbenstruktur verbessert. Die Narbe wird weicher, flacher und blasser.
Silikonhältige Präparate schützen die Hautoberfläche und verhindern eine Austrocknung des Gewebes. Die Feuchtigkeitsbalance der Haut wird stabilisiert. Zusätzliche Feuchthaltefaktoren wie z.B. Dexpanthenolunterstützen die Wassereinbindung in die Haut.

Zwiebelextrakt wird seit Jahrhunderten vor allem wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung als Hausmittel in der Wundheilung und zur Narbenbehandlung eingesetzt. In Kombination mit Heparin (fördert Wasserbindung im Narbengewebe) und Allantoin (hilft abgestorbene Zellen aus der Hornschicht zu entfernen und erleichtert das Eindringen anderer Wirkstoffe in tiefere Hautschichten) gilt es als das Narbenpflegeprodukt schlechthin.

Omas altes Hausmittel zur Narbenpflege – Honig. Honig ist ein natürlicher Feuchtigkeitsspender, der die Heilung von Narbengewebe unterstützt (durch den hohen Zuckergehalt wird Wasser aus dem Gewebe gezogen, ein feuchtes Milieu entsteht, in dem die Wunde optimal heilen kann) und bakterienabtötende Eigenschaften aufweist. Vor allem der Manuka-Honig, viele kennen ihn unter der Bezeichnung Medihoney, der aus dem Blütennektar des in Neuseeland beheimateten Manuka- Baumes gewonnen wird, zeigt hier besonders stark bakterienabtötende Eigenschaften.

Teebaumöl kann die Heilung von geschädigter und entzündeter Haut beschleunigen. Olivenöl wird mit Teebaumöl im Verhältnis 10:1 verdünnt. Nach der Massage des Narbengewebes bleibt das Öl für mehrere Stunden auf der betroffenen Hautstelle, bevor es abgewaschen wird. Das Olivenöl hält die Haut elastisch und unterstützt die Hautbildung.

Frisches Narbengewebe reagiert sehr empfindlich auf Sonnenstrahlen, da die Eigenschutzzeit von Narben aufgrund fehlender oder geringer Pigmentierung sehr niedrig ist.Durch einen Sonnenbrand wird das Narbengewebe geschädigt und in seiner Regeneration beeinträchtigt. Pigmentverfärbungen bleiben dauerhaft auffällig und verblassen nur selten. Daher ist es von ungeheurer Wichtigkeit die Narbe stets mit einem entsprechend hohen Sonnenschutz, idealerweise mit einem Sunblocker zu schützen. 

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„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt Apotheke St.Pölten, koordiniert