Radio NÖ Apotheken-Tipps

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 11. Oktober 2017 sprach Mag. pharm. Dieter Kröner aus Pernitz über Taigawurzel gegen Erschöpfung

Die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) ist eine Arzneipflanze mit adaptogener Wirkung. D.h. sie wirkt vor allem bei Stress und erhöhter körperlicher Belastung ausgleichend und stärkend. Darüber hinaus zeigt die Taigawurzel antivirale und immunstimulierende Eigenschaften.

Der dornige Strauch ist im östlichen Russland, in China, Japan und Korea beheimatet und wird auch als sibirischer Ginseng bezeichnet.
Als Arzneidroge werden die getrockneten, ganzen oder geschnittenen, unterirdischen Teile der Pflanze verwendet (Eleutherococci radix).  
Die Hauptanwendungsgebiete sind Erschöpfung und v.a. Stress, abnehmende körperliche und geistige Fähigkeiten, also abnehmende Leistungs- oder Konzentrationsfähigkeit und die Unterstützung der Genesung nach zehrenden Erkrankungen. Der Sibirische Ginseng wird ähnlich wie Echter Ginseng (Panax ginseng) angewendet.
In der russischen Volksmedizin hat die Taigawurzel bereits lange Tradition. Die positive Wirkung auf das Immunsystem sowie die Belastbarkeit bei Stress kennt man dort schon lange. Kein Wunder, dass das natürliche „Doping-Mittel“ auch bei Olympischen Spielen von russischen Sportlern eingesetzt wurde.
Die chinesische Medizin, welche die Taigawurzel seit Jahrtausenden verwendet, empfiehlt sie zum Beispiel auch bei Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen, Depression, Angstzuständen, Erektiler Dysfunktion (Impotenz) und wechseljahresbedingten Hitzewallungen.

Die Taigawurzel ist als Tee und als Extrakt in Form von Kapseln im Handel und wird auch als Tonikum gegen Müdigkeit und Schwäche eingesetzt.
Zur Tee-Zubereitung übergießen Sie einen Teelöffel fein geschnittene oder grob pulverisierte Taigawurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und seihen die Pflanzenteile nach 15 Minuten ab. 

Das Arzneimittel soll vorsichtshalber nicht bei Bluthochdruck angewandt werden. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Schlafstörungen, Nervosität, schneller Puls, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden.
In folgenden Fällen darf die Taigawurzel nicht eingenommen werden:
• Schwangerschaft
• Stillzeit
• Kinder unter 12 Jahren
• Bluthochdruck
• Überempfindlichkeit gegenüber der Heilpflanze

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 4. Oktober 2017 sprach Mag. pharm. Gilbert Zinsler aus Horn über Hilfen bei Eisenmangel

Wann benötigen wir besonders viel Eisen?
Es gibt viele Möglichkeiten, warum der Bedarf an Eisen erhöht sein kann: Frauen leiden besonders oft unter Eisenmangel. Aufgrund der Monatsblutung ist ein regelmäßiger natürlicher Blutverlust gegeben. Besonders oft betroffen sind Frauen mit übermäßig starker, oder langer Blutung. Ebenso ist der Eisenbedarf in der Schwangerschaft um das 2-3 fache erhöht. Die Mutter muss das heranwachsende Baby ebenso mit Nährstoffen und Eisen versorgen. Das gleiche gilt auch für die Stellzeit. Die Eisenversorgung ist wichtig für die die gesunde Entwicklung des Kindes.
Kinder und Jugendliche haben aufgrund von Wachstumsschüben oft einen erhöhten Eisenbedarf. Für die geistige Entwicklung und die Funktion der Nervenzellen ist Eisen essentiell. Eisen wird auch mit ADHS in Verbindung gebracht.
Vegetarier/Veganer: Da Fleisch einer der Hauptlieferanten von Eisen in der klassischen Ernährung ist, fehlt dieser Stoff vielen Personen, die sich vegan, oder vegetarisch ernähren.
Senioren: Da viele ältere Personen oft zu wenig essen, oder an bestimmten Krankheiten mit Blutungen leiden, kommt es auch bei dieser Personengruppe oft zu Eisenmangel.
Klassische Krankheiten, die zu einem Mangel an Eisen führen sind: Blutung, oder Geschwüre im Magen- Darmtrakt, Hämorrhoiden, Nierenschäden, Zöliakie, oder Tumore.

Wie merkt man einen Eisenmangel?
Eisenmangel entwickelt sich langsam und stufenweise: Erste wenn der Körper seine gespeicherten Reserven aufgebraucht hat, merken wir den Mangel an schneller Erschöpfung und Müdigkeit, oder geringere Leistungsfähigkeit vor allem bei sportlichen Aktivitäten. Auch eingerissene Mundwinkel, trockene Haut, oder brüchige Haare und Nägel können auftreten. Kopfschmerzen, besondere Nervosität, oder erhöhte Kälteempfindlichkeit machen sich bei Eisenmangel bemerkbar. Manchmal wird man einfach auf öfter krank und leidet immer wieder an Verkühlungen.

Welche Funktionen hat Eisen im Körper?
Hauptaufgabe von Eisen in unserm Körper ist der Sauerstofftransport von der Lunge zu den verschiedenen Organen. Die roten Blutkörperchen versorgen durch das Hämoglobin mit dem lebenswichtigen Sauerstoff für den Energiestoffwechsel. Eisen ist aber auch an der Bildung von Hormonen, Nervenbotenstoffen und bei der Regeneration von Knochen und Knorpeln und Bindegewebe beteiligt.

Wie sollte man Eisen zusätzlich einnehmen?
Man sollte als Gesunder täglich 10 bis 15 mg Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Schwangere haben einen Eisenbedarf von ca. 30 mg pro Tag.
Zur Unterstützung des Eisenstoffwechsels gibt es eine Vielzahl von Tabletten und kapseln in der Apotheke. Die meisten Multivitaminpräparate enthalten bei Eisenmangel allerdings zu wenig Eisen. Da der Körper nur Eisen in einer bestimmten chemischen Form Form (Fe 2+) aufnehmen kann, sollte jedes Eisenmedikament gleichzeitig mit Vitamin C, oder z.B. einem Glas Orangensaft eingenommen werden. Besondere Eisenpräparate enthalten deshalb schon zusätzlich Vitamin C in der Kapsel, oder pflanzliche Eisenverbindungen, die ebenfalls der Körper gut aufnehmen kann.
Um Müdigkeit zu verhindern und den Energiestoffwechsel zu fördern ist, neben dem Eisen auch Kupfer, die Vitamin A, B2, B6 und B12 sowie Folsäure in Kombination sinnvoll.
Sollten Sie anstelle von Kapseln einen Saft bevorzugen, gibt es in der Apotheke einen pflanzlichen Kräuterauszug, der mit organischem Eisen angereichert ist. Dies schmeckt auch Kindern gut.

Kann man zuviel Eisen einnehmen?
Vergiftungen mit Eisen kommen aufgrund der körperlichen Schutzmechanismen selten vor. Vor unkontrollierter Eiseneinnahme sollte aber abgeraten werden, da es bei Überdosierungen zu Erbrechen, Durchfall und Störungen der Blutgerinnung kommen kann. Um den Eisengehalt im Blut zu bestimmen, gibt es verschiedene Parameter, die in einem Blutbild erhoben werden sollten.

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 27. September 2017 sprach Mag. Heinz Haberfeld aus Baden über "Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Diabetes Medikamenten"

In Österreich leiden ca. 600.000 Menschen an Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit), 85-90 % am Typ 2. Bis zum Jahr 2030 schätzt man, dass es in Österreich 800.000 Personen sein werden. 30.000 leiden an Typ 1, die Insulin brauchen.

• Alle 50 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch an den Folgen des Diabetes, das sind 10.000 Menschen im Jahr
• Die meisten Todesfälle sind auf Herzinfarkt und Schlaganfall zurückzuführen
• Jedes Jahr werden in Österreich 2.500 Amputationen an Patienten mit Diabetes mellitus vorgenommen, das sind 62 % aller Amputationen
• Jedes Jahr werden 300 Menschen mit Diabetes wegen Nierenversagens dialysepflichtig, das sind 26 % aller Patienten mit neuer Dialysepflichtigkeit
• Jedes Jahr erblinden in Österreich 200 Menschen als Folge des Diabetes mellitus

Wann sollte ich an Diabetes denken, was sind Warnsymptome, welche Risikofaktoren gibt es?

Warnsymptome
• Häufiger und gesteigerter Harndrang – ich muss wesentlich häufiger auf die Toilette als früher
• Gesteigerter Durst – ich nehme viel mehr Flüssigkeit zu mir als früher
• Gewichtsverlust, ohne abnehmen zu wollen – mein Gewand wird weiter, ohne dass ich etwas dafür tun muss
• Müdigkeit und Antriebslosigkeit – ich bin nicht mehr so leistungsfähig wie früher

Risikofaktoren
• Meine Geschwister, Eltern oder Großeltern sind an Diabetes erkrankt
• Eigentlich wiege ich zu viel, Ich ernähre mich eher ungesund
• Ich mache zu wenig Bewegung
• Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Harnsäurewerte, Übergewicht, Bauchfett

Welche Medikamente werden bei DM eingesetzt?
Ziel ist es, die Blutzuckerwerte zu senken, sowohl den Nüchternblutzuckerwert als auch den Zuckerwert nach Nahrungsaufnahme, bzw. der Langzeitzuckerwert HbA1c zu senken. Idealerweise 6,0 bis 6,5, der Zielwert kann aber je nach individueller Situation des Patienten bei 7 oder 8 % sein.

An erste Stelle steht Lebensstiländerung, sprich Änderung der Ernährung und mehr Bewegung , wenn das nicht hilft, müssen Medikamente eingesetzt werden.

Es stehen mehrere Wirkstoffgruppen zur Blutzuckersenkung zur Verfügung.

Mittel der ersten Wahl beim übergewichtigen Diabetiker ist Metformin. Es wirkt sich positiv auf die zugrunde liegende Insulinresistenz aus, verringert die Glukoseproduktion in der Leber. Senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall (UKPDS-Studie). Maximal kann man 3 x 1.000 mg pro Tag nehmen, man soll mit niedriger Dosis beginnen und langsam auf die Maximaldosis steigern.
Nebenwirkungen: Blähungen, Völlegefühl, Geschmacksstörungen, Laktatacidose
Wechselwirkungen: Jodhältige Röntgenkontrastmittel, Kortisonpräparate
Vorsicht bei schwerer Niereninsuffizienz (stark eingeschränkte Nierenfunktion), eingeschränkter Leberfunktion oder Alkoholismus

Glitazone, Insulin Sensitizer

Pioglitazon: Verbessern die Glukoseverwertung im Muskel, positive Auswirkung auf den Fettstoffwechsel; senkt die Gesamtsterblichkeit
Dosierung 1 x tgl. 15 bis 45 mg
Nebenwirkungen: Ödeme, Gewichtszunahme, ev. Knochenbrüche, Sehstörungen
Achtung bei Herzschwäche udn bei Ödemen

Mittel, die die Insulinsekretion beeinflussen:
Sulfonylharnstoffe: Gliquidon, Gliclazid, Glimepirid. Fördern die Insulinsekretion aus der Bauchspeicheldrüse unabhängig von der Nahrungsaufnahme
Nebenwirkungen: Unterzuckerung, Gewichtszunahme
Wechselwirkungen: mit Antirheumatika, Salicylaten, Antibiotika 

Glinide (Repaglinide)
Wirken ähnlich wie Sulfonylharnstoffe, Wirkung setzt schneller ein, aber hält kürzer an
Werden nur genommen wenn man Nahrung zu sich nimmt
Wechselwirkungen: Azol - Antimykotika, Makrolidantibiotika, Cyp 3A4 Induktoren und Inhibitoren

DPP-4-Hemmer bzw. Gliptine
Sie fördern die glucoseabhängige Insulinfreisetzung aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse und verringern die Glukosefreisetzung aus der Leber.
HbA1c Senkung 0,5-1 %, gute Verträglichkeit, sind gewichtsneutral
Dosierungsanpassung bei Nierenschwäche außer bei Lanagliptin

Alpha- Gukosidasehemmer 
Die Substanz bewirkt eine Hemmung der Kohlehydratverdauung (Hemmung der Amylase, die für die Spaltung von Kohlehydraten verantwortlich ist) im Darm und führt zu einer Senkung des BZ-Spiegel nach Nahrungsaufnahme
Nebenwirkungen: Völlegefühl, Blähungen, Durchfall

SGLT 2-Hemmer oder Gliflozine
Diese Medikamente hemmen selektiv den Natrium Glukose Cotransporter 2 in der Niere, der für die Glukoseresorption verantwortlich ist. Daher kommt es zur vermehrten Ausscheidung von Glukose über die Niere und damit zu einer insulinunabhängigen BZ Senkung.
Positive Effekte: Gewichtreduktion, RR-Senkung

Empagliflozin: In der EMPA-REG-Outcome- Studie konnte die Gesamtsterblichkeit um 38 %, als auch die Herzinfarkt und Schlaganfallsterblichkeit gesenkt werden.
Nebenwirkungen: Harnwegsinfekte, bakterielle Pilzinfektionen, Juckreiz, selten Ketoacidose
Vorsucht bei eingeschränkter Nierenfunktion

Was ist bei DiabetikerInnen außer Blutzuckersenkung noch besonders wichtig?
Diabetiker zählen zur Hochrisikogruppe für Schlaganfall und Herzinfarkt. Daher ist neben der BZ Senkung besonders zu achten, dass der LDL - Cholesterinwert < 70 mg/dl ist, daher sollten DiabetikerInnen auch Statin -Therapie bekommen. 
Darüber hinaus ist die Blutdruckeinstellung besonders wichtig, insbesonders wenn schon eine eingeschränkte Nierenfunktion vorhanden ist.

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 20. September 2017 sprach Mag. Dr. Ankelika Borger aus Wr. Neustadt über "Feuchtigkeitshaushalt der Haut nach dem Sommer"

Schön langsam zieht der Herbst in das Land. Die sonnigen Stunden weichen grauen Tagen. Nach dem Sommer sehnen sich Haut und Haare nach reichhaltiger Pflege und viel Feuchtigkeit. Die erste Bräune verschwindet, häufige Sonnenbäder, Chlor, Wind und Klimaanlagen haben der Haut zugesetzt. Durch die Sonne ist unsere Hornhaut verdickt, die Haut fühlt sich rauher und schuppiger als gewohnt an und benötigt viel Feuchtigkeit. Oft haben sich durch die UV-Strahlen kleine braune Pigmentflecken gebildet, die als Sommersprossen wahrgenommen werden.

In einem ersten Schritt empfiehlt es sich die Haut sowohl im Gesicht als auch am Körper von abgestorbenen Hornschüppchen zu befreien. Peelings wirken hier wahre Wunder. Die Durchblutung und Regeneration der Haut werden angeregt und lassen sie strahlend und rosig aussehen. Die Haut wird aufnahmefähiger, Wirkstoffe können leichter eindringen. Bei jedem Peeling wird ein Erneuerungsprozess in Gang gesetzt. Das bedeutet auch Stress für die Haut. Gesunde Haut sollte maximal einmal pro Woche gepeelt werden, trockene Haut besser nur einmal im Monat. Wenn man auf kein Fertigprodukt zurückgreifen möchte, kann man Topfen mit Honig und Zucker mischen und das angefeuchtete Gesicht damit abreiben. Der Zucker rubbelt die abgestorbenen Hautschüppchen ab und regt die Durchblutung an, die Milchsäure im Topfen spendet Feuchtigkeit und der Honig wirkt reinigend und beruhigend. Nach dem Peeling wird die Haut gründlich mit Wasser abgespült. Ein Gesichtswasser im Anschluss klärt die Haut und gibt ihr einen Frischekick.

Alkaliseifenhaltige Reinigungsprodukte reduzieren den Säureschutzmantel der Haut und begünstigen auf Dauer gesehen die Entstehung trockener Haut. PH-neutrale bzw. rückfettende Produkte wirken dieser Problematik entgegen.
Produkte mit feuchtigkeitsspenden Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Hyaluronsäure leisten hervorragende Dienste. Unser Körper produziert diesen natürlichen Faltenfüller – die Hyaluronsäure. Sie reguliert den Wassergehalt im Bindegewebe und sorgt dafür, dass die Haut glatt und elastisch bleibt. Im Laufe der Zeit produziert jedoch unser Körper immer weniger Hyaluronsäure, unserer Haut fehlt somit ein natürlicher Austrocknungsschutz. Diesem Problem kann jedoch mit hyaluronsäurehältigen Tabletten oder Hautpflegeprodukten entgegengewirkt werden, der Haut wird ein zusätzlicher Feuchtigkeitskick verpasst. Produkte mit Wildrosenöl wirken regenerierend, wundheilend und feuchtigkeitsspendend.

Auch der Zusatz von Aloe Vera, Mandelöl, Harnstoff oder Allantoin erweist sich als äußerst hilfreich. Neben der täglichen Pflege empfiehlt es sich einmal pro Woche eine intensive Feuchtigkeitsmaske aufzutragen.

Cremes mit aufhellenden Wirkstoffen wirken Pigmentverschiebungen entgegen. Antioxidantien und Vitaminkomplexe helfen die Flecken aufzuhellen. Oft verblassen die dunklen Flecken im Winter, wenn sie nicht mehr der Sonne ausgesetzt sind. Anderenfalls kann der Dermatologe mit Laserbehandlungen helfen.
Hohe Temperaturen fördern oft das Wachstum von Bakterien, die Hautunreinheiten auslösen können. UV-Strahlen und Schmutzpartikel in der Luft verdicken die Hornschicht und verstopfen Hautporen – Mitesser, eitrige Pickel und fettige Hautpartien sind das Resultat. Pflegeprodukte, die Salizylsäure oder Zink enthalten schaffen rasch Abhilfe. Sie reduzieren einerseits die Talgbildung und wirken entzündungshemmend.

Auch das Haar wird nach den Sommermonaten durch das Salz- oder Chlorwasser und Sonneneinstrahlung stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Haare bleichen aus, verlieren Feuchtigkeit, Stärke und Kraft, sodass es häufiger zu Haarbruch und Spliss kommt. Glanzsprays, die Alkohol enthalten, sollten gemieden werden, weil der Alkohol das Haar zusätzlich austrocknet. Da sich Produkte mit Silikonen schwer auf die Haare legen, sollten diese Zusatzstoffe ebenfalls gemieden werden. Feuchtigkeitsspendende Haarkuren oder Spülungen wirken einer Austrocknung der Kopfhaut entgegen. Ölkuren zaubern Feuchtigkeit in das Haar. Vermischen sie warmes Olivenöl mit einem Eigelb und einem Teelöffel Honig. Diese Mischung wird nach dem Waschen in das Haar eingearbeitet und für ca. 30 Minuten oben behalten bevor es ausgewaschen wird. Es verleiht dem Haar ebenso Feuchtigkeit wie eine Kombination von Kokosöl mit einem Eigelb und Zitronensaft.

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 13. September 2017 sprach Mag. Andreas Gentzsch aus St.Pölten über "Fit mit gesundem Darm"

Der Darm ist das Zentrum unseres Immunsystems und damit erster „Ansprechpartner“ bei Krankheiten. Richtige Ernährung, psychische Gesundheit und eine bewusste Einnahme von Medikamenten können weitreichende Effekte haben.
Der Darm ist das Zentrum für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Er steuert mit Milliarden von Bakterien und anderen Mikroorganismen den Großteil aller Stoffwechselvorgänge in unserem Körper, produziert lebenswichtige Vitamine, Enzyme und Aminosäuren und neutralisiert alles Schädliche, das mit der Nahrung in unseren Organismus gelangt. Nirgendwo sonst im Körper findet ein intensiverer Kontakt mit fremden Stoffen statt als im Darm. Hier landet die gesunde Nahrung ebenso wie alle künstlichen Farbstoffe, Emulgatoren und Konservierungsmittel. Deshalb benötigt unsere Darmwand eine äußerst leistungsstarke Schutzbarriere in Form von gesunden Bakterien, damit alles, was schaden könnte, nicht unsere Darmwand durchdringt und somit ins Blut gelangt.

Wichtigstes Abwehrsystem unseres Körpers
Es ist häufig ein Zeichen für Darmschwäche, wenn man immer wieder Krankheitssymptome hat. Wenn man alle zwei bis drei Wochen krank wird, sollte man sich um den Darm kümmern, weil vielleicht genau dort die Ursache liegt.

Warnsignale erkennen
Erste Warnsignale wie Blähungen und Völlegefühl werden von Betroffenen meist als „normal“ abgetan, jedoch können sie auch Anzeichen für eine Störung sein. Das sollte man ernstnehmen, die Ernährung überdenken oder direkt eine Darmpflege beginnen.
Zu den Faktoren, die rasch zu einem Ungleichgewicht im Darm führen können, zählen Medikamente genauso wie schlechte Ernährungsgewohnheiten und psychische Belastungen bzw. Stress. Gerade Antibiotika werden häufig zu sorglos eingenommen. Diese Arzneien haben die Aufgabe, Bakterien zu bekämpfen und tun dies im ganzen Körper, also auch im Darm. Daher sollten bei jeder Antibiotika-Einnahme immer auch Probiotika parallel eingenommen werden. Andernfalls kann es zu Störungen des Immunsystems kommen, was für eine längere Zeitdauer eine erhöhte Infektanfälligkeit zur Folge haben kann.
In Bezug auf die Ernährung helfen Ballaststoffe, Gemüse und Obst. Positive Auswirkungen können auch bestimmte Mineralstoffe, etwa Zeolith. Das ist ein Mineral, das fein verpulvert eine gute Auswirkung hat. Aber auch Löss, fein verpulvert, und andere Mineralsalze eignen sich sehr gut dafür. 
Mindestens ebenso wichtig ist die psychische Ausgeglichenheit. Um die Belastungen zu minimieren, wird viel Bewegung an der frischen Luft empfohlen. Gemeinsam mit anderen Maßnahmen zur Stressbewältigung können so wichtige Schritte in Richtung Gesundheit und Fitness gesetzt werden.

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 6. September 2017 sprach Mag. Diana Antauer aus St.Pölten über Nährstoffe für unser Gehirn

Unser Gehirn schafft Tag für Tag Höchstleistungen - in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Um die grauen Zellen in Schwung zu bringen, braucht es Nährstoffe, die in Lebensmitteln oder konzentriert zugeführt werden. Das Schuljahr hat wieder begonnen und es heißt für alle Kinder und Jugendliche, nach langer Sommerpause mit voller Konzentration und Leistung zu arbeiten. Das Gleiche gilt natürlich auch für Erwachsene im Alltag. Zu unseren Gedächtnisleistungen gehören unter anderem das Denken, Lernen, Konzentrieren, Begreifen und die Anwendung von Wissen. Ein Motor bringt nur dann volle Leistung, wenn er den richtigen Treibstoff bekommt. Bei unserem Körper ist das ähnlich. Der Stoffwechsel verbraucht ständig Energie und Nährstoffe, daher müssen wir regelmäßig nachtanken.
Wir können mit unserer Nahrung den Tagesbedarf an wichtigen Vitaminen und Nährstoffen nicht ganz abdecken, deshalb ist deren Zufuhr notwendig. Für die Schulkinder sollte der Start in den Tag mit einem ausgewogenen Frühstück beginnen, für „Frühstücksmuffel“ sind gesunde Pausenbrote unverzichtbar, da sie die notwendige Energie für den Vormittag liefern. Wichtige Stoffe für unsere Gedächtnisleistung sind Vitamine, Omega-3-Fettsäuren und Lecithin.

Omega-3 auch ohne Fischgeschmack
Omega-3-Fettsäuren sind lebensnotwendig für die Entwicklung unseres Gehirns. Sie aktivieren die Gedächtnisfunktion und das Lernvermögen und helfen sowohl Kindern mit Konzentrationsstörungen als auch Kindern, die neu in die Schule eintreten und denen das lange Sitzen am Anfang schwerfällt. Um den fischartigen Geschmack von Omega-3-Fettsäuren zu überdecken, gibt es für Kinder Lutschtabletten und Säfte mit Geschmackskorrigens.
Bekannt als Gehirnnahrung ist auch Lecithin, eine Art Energiespender für unser Denk-, und Konzentrationszentrum. Es ist verantwortlich für die Weiterleitung von Nervenreizen und somit auch für die Lernfähigkeit. Enthalten ist Lecithin demnach unter anderem in Walnüssen, Eiern, Soja, Mais, in pflanzlichen Ölen und in fast allen Tierarten.

Vitamine B, D und K für mehr mentale Leistung
Vitamine schließlich sind Stoffe, die vom Körper nicht produziert und ausreichend gespeichert werden können und daher regelmäßig zugeführt werden müssen. Besonders wichtig für unser Gedächtnis sind B-Vitamine (B1, B6, B12), die in Milchprodukten, Fisch und Leber zu finden sind. Positiv wirken sich außerdem die Vitamine D und K aus, denn sie sind gut für die Lernfähigkeit, für das Gedächtnis und die kognitive Fähigkeit.

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 30. August 2017 sprach Mag. Christa Herz aus Enzersdorf an der Fischa über die Brennnessel

Die Brennnessel ist eine weltweit vorkommende Pflanze, einjährig, aber ausdauernd und krautig mit einer Höhe von bis zu 300 cm. Die grünen Pflanzenteile sind mit Brenn und Borstenhaaren besetzt. Bekannt ist sie wegen der Brennhaare die bei Berührung abbrechen und zu schmerzhaften Quaddeln führen. Die Berührung der kleinen Brennnessel ist schmerzhafter als die der großen.
Die Brennnesselhaare dienen aber gleichzeitig aber auch als Fraßschutz gegenüber Tiere und sind deshalb auch nur an der Blattoberseite zu finden.
Die Brennnesselhaare selbst sind einzellige Röhren in denen Kieselsäure eingelagert ist wodurch sie auch so spröde sind. Am unteren Ende zum Blatt hin ist diese Röhre stark angeschwollen und mit der Brennflüssigkeit gefüllt. An der Spitze dieses Haares ist ein kleines Köpfchen zu sehen das mit einer Sollbruchstelle versehen ist, und das dann bei Kontakt mit etwas abbricht und den Ameisensäureähnlichen Inhalt in die Wunde spritzt. Der Stich schmerzt kurz und es kommt dann zur Ausbildung der Quaddeln mit Brennen und Juckreiz. Neben der Ameisensäure findet man aber auch noch Histamin, Serotonin, Acetylcholin in dieser Brennflüssigkeit. Das Histamin erweitert die Blutkapillaren und löst eine Reaktion aus, die einer allergischen Reaktion ähnlich ist. Das Acetylcholin ist für den brennenden Schmerz verantwortlich.
Man kann die Brennnessel aber recht gefahrlos angreifen wenn man sie von unten nach oben angreift also nur so dass man die Blattoberseite nicht berührt.
Die Brennnessel findet man auf sehr stickstoffreichen Böden und wächst auch immer dort wo man einst Besiedelung hatte.

Verwendung

Als Lebensmittel:
Schon sehr lange ist die Brennnessel als Lebensmittel bekannt und gerne verwendet. Besonders die frischen Triebspitzen werden im Frühjahr als Spinat gegessen. Sie haben einen sehr hohen Gehalt an Mineralstoffen (Mg, Ca,Si), Vitamin A,C (doppelt so viel Vitamin C als Orangen) und Eisen, aber auch einen sehr hohen Eiweißgehalt.
Der Geschmack ist ähnlich wie der des Spinats nur ein wenig säuerlicher.
Es wird aber auch eine Nesselsuppe zubereitet. Beim Verkochen sollte man die jungen Blattspitzen in ein Tuch einwickeln und mit einem Nudelholz leicht walken denn damit brechen die Brennhaare ab und der Spinat ist problemlos weiterzuverarbeiten und zu genießen. Auch durch das Trocknen verlieren die Brennhaare ihre Wirkung.
In der Küche werden sie nun einerseits als Tee verwendet Smoothies zugesetzt oder man kann auch Laibchen daraus machen. Dabei kann man frische Blätter mit Sesam, Karotten, Ei, Zwiebel und Semmelwürfel vermengen und wie faschierte Laibchen in Öl herausbacken.
In den Kriegszeiten trug die Brennnessel zum Überleben der Bevölkerung bei. Daher hat sie bis heute leider auch den Namen „Arme Leute Essen“. Diese Ansicht hat sich aber allerdings schon gewandelt und die Brennnessel hat auch in Sterne Restaurants Einzug gehalten und wird dort als kulinarischer Genuss geschätzt.
Sehr gut schmecken die frischen Brennnesselblätter auch, wenn man sie in heißem Fett einfach nur frittiert. Dafür kann man auch noch das gesündere Ghee statt Öl verwenden. Man hat damit eine doch etwas gesünder Alternative zu den Chips.
Als Nahrungsmittelwerden sie aber auch gerne den Kühen, Küken und Ferkeln aus Futterzusatz gegeben.

Fasergewinnung
Stoffe aus Brennnesseln werden schon sehr lange verarbeitet. Es wird auch als das Leinen der armen Leute bezeichnet.

Färberpflanze
Die Wolle wird mit der Brennnesselwurzel wenn sie vorher mit Alaun vorgebeizt wurde, gelb gefärbt.
Kultiviert wird die Brennnessel hauptsächlich auf speziellen Feldern in der Ukraine.

Kulturelle Bedeutung
Am Gründonnerstag sollte Brennnessel gegessen werden um im folgende Jahr von Geldnot befreiet zu sein am Johannistag um von Hexen, Nixen und Elfenzauber befreit zu sein.

Medizinische Aspekte

Frühjahrskur
Heute wird das Blatt in Form von Tees und Säften für Frühjahrsentschlackungskuren verwendet. Dabei wird die stoffwechselanregende und blutreinigende Wirkung der Brennnessel ausgenutzt. Auch die Blutbildung wird auf Grund des relativ hohen Eisengehalts angeregt.
Sie kommt hier eben in Form der Säfte, Tees alleine, oder in Kombination mit anderen Kräutern zur Verwendung. Genauso gut kann es auch zu Smoothies zugesetzt werden. Man erhält damit ein wertvolles Getränk.
Für Vegetarier und Veganer ist sie auch eine vielgenutzte Eiweißquelle. Ihr Eiweißgehalt ist höher als der in der Sojabohne. Man hat hier also wirklich ein einheimisches billiges Superfood.
Für diese Zwecke kann die Pflanze von März bis September geerntet werden. Sie wird abgeschnitten und treibt dann wieder aus wenn einige Samen abfallen konnten.

Die Brennnesselsamen
Die Brennnesselsamen sind ein sehr wertvoller Energie und Eiweißlieferant. Sie können am besten im Spätsommer geerntet und getrocknet werden. Die Temperatur dabei sollte nicht über 40 Grad liegen da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden. Man kann dann durch Mahlen ein Proteinpulver herstellen. Sie können dann zu Müslis Salate und Smoothies zugesetzt werden. Sie zeichnen sich durch einen nussigen Geschmack aus und sind ein richtiger Energiebooster.

Darmerkrankungen
Durch die entzündungshemmende Wirkung wird es in Teeform unterstützend bei Morbus Crohn und Colitisulcerosa eingesetzt. Man kann hier zusätzlich noch Flohsamen zur Stuhlaufweichung oder gerbstoffhältige Pflanzen wie zum Beispiel die Heidelbeeren oder Blutwurz zur Stuhlfestigung einsetzen.

Arthritis, Arthrose
Auch hier wird wieder die entzündungshemmende Wirkung und die gleichzeitig auch schmerzstillende Wirkung ausgenutzt. Durch eine regelmäßige Anwendung kann es gelingen die Diclofenacdosis zu reduzieren. Dabei wird der Körper auch gleichzeitig mit Antioxidantien versorgt, die auch diese Wirkung unterstützen.

Harnwegsinfekte
Die Brennnessel wirkt hier als Aquaretikum. Das heißt die Harnwege werden gut durchgespült und dadurch werden vorhanden Keime oder Bakterien ausgespült und verweilen nicht so lange in de Harnblase. Außerdem sorgt die Brennnessel, dass der Harn basischer wird und natürlich auch verdünnter. Das alles verhindert dass sich Bakterien in der Harnblase anhaften und es wirkt sich auch positiv auf die Bildung der Nierensteine aus, da diese dann nicht so rasch auskristallisieren können.

Prostata
Dafür wird die Brennnesselwurzel verwendet. Die Wurzel wird im Herbst geerntet, getrocknet und pulverisiert und zu Kapseln verarbeitet. Sie wird dann mit Sägepalme und Birkenblättern kombiniert eingesetzt.
Diese Kombinationspräparate lindern nicht nur leichte Beschwerden sondern können auch bei ausgeprägteren Beschwerden wie abgeschwächten Harnstrahl, nächtlichen Harndrang, Restharngefühlt, Linderung bringen.

Immunsystem
Laut Studien hat die Brennnessel eine stärkere Wirkung auf das Immunsystem als der Sonnenhut. Es wird sowohl die Antikörperbildung als auch die Fresszellenaktivität verstärkt.

Blutdruck
In südlichen Ländern wird die Brennnessel bis heute bei Bluthochdruck verwendet. Man hat herausgefunden dass die Brennnessel eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße hat und dass sie eine übermäßige Blutgerinnung verhindert das heißt sie hilft dass das Blut verdünnt wird.

Die Brennnesselsamen werden auch häufig gegen Haarausfall eingesetzt. Dafür werden die Samen wieder in Müsli,, gegeben oder man verzehrt täglich 1 bis zwei Esslöffel pur zwischendurch.

Energetische Perspektive
Sie unterstützt diejenigen die sich durchsetzen wollen, Schwierigkeiten mit der Abgrenzung haben und denen ein kriegerisches Gewand für eine Weile gut tuen würde. Sie Verleiht Kraft bei Neubeginn um die Dinge auch wirklich in Angriff zu nehmen. Sie lässt Haare auf den Zähnen wachsen um nicht nur um den heißen Brei herumzureden sondern macht Mut zu Tacheles zu reden.

Landwirtschaftliche Verwendung
Sie ist im Bio-Gartenbau ein unverzichtbares Hilfsmittel. Die Brennnesseljauche wird schon seit vielen Jahrhunderten verwendet. Sie wird ganz einfach hergestellt indem Brennnesseln mit Wasser übergossen werden das ganze an einem warmen Ort gestellt wird und täglich umgerührt wird. Die Brennnesseln beginnen dann zu gären und die Inhaltsstoffe werden an das Wasser abgegeben. Nach dem Abseihen ist die Brühe ein wertvoller Stickstoffdünger aber auch ein Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse und Pilzbefall.

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 23. August 2017 sprach Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd über Venengesundheit

Juckreiz und Kribbeln in den Waden, nächtliche Beinkrämpfe oder schwere Beine nach einem langen Arbeitstag können erste Anzeichen für eine Venenschwäche sein. Neben genetischen Faktoren wie eine vererbte Bindegewebsschwäche können Übergewicht, falsche Ernährung oder Rauchen sowie eine vorwiegend sitzende oder stehende Tätigkeit die Beschwerden verstärken. Frauen (jede 5.) leiden öfter daran als Männer (jeder 6.). Darüber hinaus steigt das Risiko an einer chronischen venösen Insuffizienz zu erkranken mit einem erhöhtem Lebensalter.

Wurde ärztlich eine leichte Venenschwäche diagnostiziert und andere mögliche Erkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz ausgeschlossen, so können vor allem im frühen Stadium die Symptome durch viel Bewegung, das Tragen von Kompressionsstrümpfen und einige pflanzliche Arzneimittel wie aus der Apotheke gut gelindert werden.

Kompressionsstrümpfe
Diese können zwar Ödeme nicht zurückbilden bzw. auch zukünftigen Venenveränderungen nicht aufhalten, verbessern jedoch die bestehende Durchblutung und lindern so die auftretenden Symptome.Strümpfe mit leichterer Stützwirkung eignen sich prophylaktisch im stehenden Beruf oder SSW, echte Kompressionsstrümpfe welche ärztlich verordnet werden werden dann zeitlich begrenzt nach Verödung oder OP bzw. bei chronischer Veneninsuffizienz auch für längere Zeit unterstützend angewendet.

Pflanzliche Hilfen
Die Wirkung von pflanzlichen Venentherapeutika beruht hauptsächlich auf dem Gehalt von Flavonoiden und Saponinen. Diese Wirkstoffe besitzen entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften, dichten die Venenwände ab und verhindern, dass Wasser ins Gewebe eindringt. Darüberhinaus verbessern sie die Mikrozirkulation, also den Blutfluss in den ganz kleinen Gefäßen.
Daher bezeichnet sie man auch als Ödemprotektva. Dazu zählen Rosskastaniensamen, Rotes Weinlaub, Mäusedornwurzelextrakt, das Hesperidin aus den Zitrusschalen, Buchweizenkraut, das Rutin aus den Blütenknospen des japanischen Perlschnurbaumes und den echten Steinklee, welcher vor allem in homöopathischen Zubereitungen verwendet wird.

Salben, Gele oder oral anzuwendende Venenmittel?
Als Salbe oder Gel verwendet wird zusätzlich zur Wirkung der Inhaltsstoffe durch das Einmassieren der venöse Rückstrom des Blutes angeregt. In oral einzunehmenden Venenmitteln können diese Inhaltsstoffe ihre Wirkung noch besser entfalten. Ich empfehle gerne eine Kombination, weil gerade im Sommer die kühlenden Gele oder Sprays rasch Linderung bringen.
Wer zu trockener Haut neigt, soll bitte zu Salben greifen, um die meist trockene Haut optimal zu pflegen.

Richtige Anwendung
Beginnen sollte man so früh wie möglich, spätestens beim Auftreten von Beschwerden (krux: Formen, die lange keine spürbaren Beschwerden verursachen)
Möglicherweise lässt sich dank der Flavonoide und Saponine das Fortschreiten einer chronischen Venenproblematik bremsen.
Gefäße abdichten und Entzündungen bekämpfen braucht allerdings Zeit -diese pflanzlichen Wirkstoffe lassen ein Beinödem in 4 bis 8 Wochen verschwinden. Alle diese Präparate sind daher zur Dauertherapie geeignet, aber aus Studien weiß man mittlerweile das die Gefäßabdichtung auch nach Stoppen der Einnahme einige Wochen anhält, daher ist auch eine Pause über den Winter z.B., wenn die Beschwerden geringer sind und anschließend wieder eine 2-3 monatige Einnahme eine gute Variante je nach Beschwerdebild
Wichtiger ist die Regelmäßigkeit und weniger die tageszeitliche Aufteilung der Einnahme!

Die Venen machen gerade in der warmen Jahreszeit Probleme. Zur Linderung gibt es noch folgende Tipps:
• Erste Maßnahmen: Übergewicht reduzieren, Zuckerzufuhr einschränken, Ballaststoffe erhöhen,
• Besser liegen und laufen als sitzen und stehen, regelmäßige Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Walken, um die Wadenmuskelpumpe zu trainieren, um Blut gegen die Schwerkraft „herauszuquetschen“, Fuß Übungen bei stehenden oder sitzenden Berufen öfter einbauen: Wippen in den Zehenstand, Fußkreisen
• Rauchen einschränken
• Hitzeeinwirkungen wie Sonnenbaden, Sauna oder Solarium eher beschränken
• Auf enge Kleidung oder high heels öfter verzichten, weil das richtige Abrollen des Fußes enorm wichtig ist
• Auf Reisen: Nicht nur Reise-, sondern auch Bridge- oder Computer-Thrombosen, die meisten Thrombosen entstehen durch zu lange Immobilisation
• Fensterplatz mit dem besseren Gangsitz tauschen - 42 von 45 Reisenden mit schwerer Lungenembolie haben ihren Sitz während Flugreise nicht verlassen! Pausen machen, öfter aufstehen oder zumindest Fußübungen, viel trinken Kompressionstrümpfe
• bei höherem Risiko vor Reiseantritt mit dem Arzt eventuell eine medikamentöse Prophylaxe (Thrombosespritzen) besprechen! 

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 16. August 2017 sprach Mag. Christa Herz aus Enzersdorf an der Fischa über erfrischende Kräuter

In der Sommerhitze können verschiedene Kräuter und deren Produkte und Erzeugnisse daraus sehr gut für Abkühlung und Erleichterung sorgen.

Die dafür am häufigsten verwendeten und bestgeeigneten Kräuter sind die Pfefferminze, Melisse, Salbei, Basilikum und auch die Gurke.

Die einfachste Art sich Abkühlung zu verschaffen ist die Herstellung einer Limonade. Mann verwendet dafür

  • 1 Liter Leitungswasser oder Mineralwasser, wann man es noch erfrischender haben möchte,
  • 2 Stängel frische Pfefferminze 
  • den Saft einer halben Zitrone
  • Zucker je nach Geschmack
  • 10 bis 20 Eiswürfel 

Das Ganze gibt man in eine großen Krug lässt es kurz ziehen und kann dann genossen werden indem man einfach die Flüssigkeit abgießt. Die Kräuter kann man sogar ein weiteres Mal verwenden. Einen ganz besonderen Geschmack erhält man wenn man vielleicht auch eine Goldmelisse zu Hause hat und die dazugibt. Man kann aber auch Gierschblätter dazugeben und statt Wasser dann Apfelsaft verwenden und man hat damit gleichzeitig ein Erfrischungsgetränk das auch gegen Gicht wirksam ist.

Das klassische Erfrischungsgetränk in den südlichen Ländern ist aber der Pfefferminze Tee. In den Magrebstaaten wird die Teezeremonie bis heute sehr hoch gehalten. Der Tee wird unterschiedlich zubereitet entweder mit frischen Blättern oder getrockneter oder auch aus einer Mischung aus beiden. Meistens wird sehr viel Zucker dazugeben der nochmals mit aufgekocht wird oder nachträglich zugesetzt wird. Auch das Eingießen des Tees und die damit entstehende Schaumerzeugung ist eine eigene überlieferte Wissenschaft in diesen Ländern.

Die Pfefferminze
Sie ist eine Heil und Gewürzpflanze aus der Familie der Lamiaceaen. Die Pfefferminze unterscheidet sich von den anderen Minzearten durch ihren hohen Mentholgehalt und den niedrigen Carvongehalt und damit mit ihrem schärferen Geschmack. Sie ist eine krautige Pflanze und wird bis zu 90 cm hoch. An Juli bekommt sie ihre rosa-lilafärbigen Blüten in endständigen Ähren. Verwendung findet das Pfefferminzöl mit dem Hauptinhaltsstoff dem Menthol das vorallem in älteren Pflanzen vermehrt zu finden ist. Sie wird als Heilpflanze eingesetzt, da sie den Gallenfluss und die Gallensaftproduktion anregt und krampflösend wirkt und wird daher bei Magen Darmbeschwerden eingesetzt. 
Das Öl wirkt aber auch antiviral und antimikrobiell.Es wird als Einreibung oder zum punktuellen Auftragen bei Migräne, Kopfschmerzen, aber auch zum Inhalieren bei Erkältungskrankheiten verwendet. Aber Vorsicht bei Säuglingen und Kindern! 
In speziellen Zubereitungen wird das Öl so aufgearbeitet das es bei Reizdarm zur Linderung verwendet wird. Es kann zu antialkoholischen aber auch alkoholischen Getränken wie dem Mojito oder auch zu Süßigkeiten verarbeitet werden.

Der Salbei
Auch er gehört zu den Lamaceae und ist weltweit verbreitet. Es sind meist einjährige Pflanzen, die oberirdischen Teile duften oft aromatisch und sind sehr behaart. Die Blüten sind weiß bis gelb. Die Hauptinhalsstoffe sind ätherische Öle, das Thujon aber vor allem Gerbstoffe. Es hat drei Haupteinsatzgebiete Atemwegserkrankungen, Probleme im Mund und Rachenraum und übermäßiges Schwitzen.Das Öl wird gerne für Zahnpasten wegen der bakterienabtötenden Wirkung und zahnfleischstärkend aber auch zur Insektenabwehr verwendet.Der weiße Salbei ist ein beliebtes Räuchermittel.
Das Öl oder Tonikum wird auch gegen Schwitzen als Antihydrotikum verwendet. Sehr beliebt und praktisch sind dabei die Einnahme von Salbeikapseln. Man kann aber auch einen Salbeiesseig verwenden und damit Waschungen machen die auch eine sehr gute Wirkung erzielen. Diese Eigenschaft wird auch in Deodorants ausgenützt.
Zur Behandlung der Atemwegserkrankungen werden Sirupe oder auch Zuckerln mit Honig verwendet. Salbeitee mit Honig und Zitronrnsaft ist ein altes Hausmittel gegen Husten oder mit Honig und Apfelesseig als Gurgelmittel gegen Mandelentzündungen.
Es lässt sich auch leicht ein gesundheitsunbedenkliches Deo herstellen:

  • 1,5 Tassen frische Salbeiblätter 
  • 1 Liter Wasser
  • 10 Gewürznelken und 2 Sternanis Blüten

Das Ganze sollte man 15 min lang unter Umrühren köcheln lassen,abkühlen und abseihen und in ein Pumpfläschchen geben.
Salbeitee sollte von Schwangeren eher nicht getrunken werden da er abortiv wirkt und der Milchfluss versiegt. Man sollte ihn auch nicht unaufhörlich trinken, sondern nach 10 Tagen eine Pause von ein paar Tagen einlegen, bevor man ihn erneut genießt.

Das Basilikum
Eine Gewürzpflanze aus der Familie der Lamicaea. Es ist eine einjährige Pflanze mit einer Höhe von 20-60cm. Charakteristisch ist, dass alle Pflanzenteile aromatisch duften. Die Inhaltsstoffe sind ätherische Öle dabei sind Linalool, Estragol und Eugenol als Hauptbestandteile.
Die getrockneten Blätter werden hauptsächlich als Küchengewürz verwendet. Es ist aus der südeuropäischen Küche kaum wegzudenken. Basilikum wird mit Pinienkernen Parmesan und Olivenöl zu Pesto verarbeitet und zu Nudeln gegessen.
Mazerate sind Bestandteil von Likören aber auch in der Kosmetik und Parfumindustrie. 
In der Volksmedizin wird es im Süden vorallem bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl, aber auch bei Entzündungen im Rachen Raum als Gurgelmittel verwendet.
Das Öl hat eine anthelmintische ( entwurmend) antiphlogistische Wirkung und hemmtdie Bildung von Magengeschwüren. 
Die erfrischende Wirkung des Basilikums kommt sehr gut zu Geltung wenn man es in Wasser als Limonade am besten in Kombination mit frischen Erdbeeren und/oder Melonen, die man vorher noch kurz einfrieren kann, ansetzt und dann mit Wasser aufgießt. Weitere erfrischende Kombinationen sind Gurke und Basilikum oder Gurke mit Pfefferminze oder Gurke mit Ananas.

Erfrischung mit Bodysplash
Ideal für den Sommer ist die Verwendung eines Pfefferminzhydrolates in Form es Bodysplashes( Körperspray). Sie können am ganzen Körper einfach aufgesprüht werden um einerseits Abkühlung und Erfrischung zu bekommen aber sie helfen auch bei geschwollenen Beinen und je nach Wirkstoffzugabe auch gegen Insektenstiche. Sehr gut geeignet für solche Bodysplash sind auch Lavendelhydrolat, Melisse oder auch Rosenhydrolat. 
Die Herstellung ist eigentlich sehr einfach. Man verwendet das entsprechende Pflanzenhdtolatvesetzt es mit etwa 20% Alkohol und gibt ein paar Tropfen eines ätherischen Öls dazu, gibt es in eine Sprayflasche und fertig. Der Erfrischungseffekt wird noch verstärkt wenn, man die Flasche im Kühlschrank lagert. Das Öl wählt man je nach Anwendungsgebiet aus entweder Lavendel, Litsea, Pfefferminze, Palmarosa. Man muss aber darauf achten dass es sich um sonnenstabile Öle von biologischer Herkunft und guter Qualität handelt. 
Für einen 100 ml Bodysplash sollte man etwa 4 Esslöffel Alkohol 7-10 Tropfen ätherisches Öl verwenden und dann auf 100 ml mit abgekochten Wasser auffüllen. 
Mit den Bodysplash kann man einerseits die Haut sehr gut pflegen erreicht aber gleichzeitig einen Kühleffekt. Wenn es hauptsächlich um die Pflege geht sollte man zusätzlich noch Glycerin oder Pantothenol zusetzen. Mit Mentholzusatz steigt der Kühleffekt. Man kann als ätherisches Öl Citronella, Eukalptus und Teebaumöl und Lavendelöl zusetzten und hat damit auch gleichzeitig einen biologischen Mückenspray. Das Flascherl ist praktisch in der Handtasche mitzunehmen. 
Das Pflanzenhydrolat kann man entweder fertig kaufen oder man kann es auch versuchen selbst herzustellen. Man braucht dazu nur eine italienische Nespressomaschine. Man füllt dann anstelle des Kaffee die entsprechenden Pflanzenteile ein und kocht es wie einen Kaffee auf. Man erhält dann eine Pflanzenhydrolat das man aber sofort aus der Metallkanne leeren sollte damit es nicht verdirbt und kann es im Kühlschrank aufbewahrt werden. 

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 9. August 2017 sprach Mag. pharm. Gilbert Zinsler – Landschafts-Apotheke Horn über Kupfer

Warum benötigen wir Kupfer?
Kupfer ist ein wichtiges Spurenelement. Spurenelemente sind Substanzen, die der menschliche Körper für lebenswichtige Aufgaben jedenfalls benötigt. Allerdings werden nicht große Mengen, sondern nur geringste Dosen, eben Spuren davon benötigt. So lässt sich einfach der Namen erklären.
Kupfer ist für die Produktion der roten Blutkörperchen im Blut benötigt. Die roten Blutkörperchen sind für die Sauerstoffaufnahme aus der Atemluft und den Sauerstofftransport im Körper notwendig.
Kupfer stärkt auch das Immunsystem, das Abwehrsystem des Körpers. Dadurch verbessert Kupfer die Abwehr von schädlichen Stoffen und Krankheitserregern, wie beispielsweise Bakterien. Es ist aber auch an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen beteiligt: Es fördert die Wundheilung, ist am Aufbau von Knochen, Haut und Haar beteiligt und ermöglicht dem Körper die Bildung von Nervenfasern für das Nervensystem.

Was passiert wenn wir zu wenig Kupfer zu uns nehmen?
Bei zu wenig Kupfer kann das Nervensystem nicht optimal arbeiten, es wird in seiner Funktion gestört: Die Depressionen können gefördert werden. Kupfer hat eine entkrampfende Wirkung und steigert das Geschmacksempfinden der Zunge.
In Verbindung mit der Aminosäure Tyrosin ist Kupfer für eine gesunde Hautpigmentierung notwendig. Es ist wichtig für die Gesundheit der Blutgefäße, Knochen und Gewebe. Denn es verflechtet das Protein Elastin mit dem Kollagen, das Knochen und Knorpeln sowie Blutgefäßen die notwendige Elastizität verleiht. Ohne Kupfer entstehen daher Beschwerden wie Haarausfall, erhöhte Brüchigkeit der Knochen, Störungen der Fruchtbarkeit und des Wachstums können beim Kupfermangel auftreten. Kupfer ist für die Funktion von insgesamt 16 Enzymen beteiligt.
Die wichtigste Funktion ist aber, dass Kupfer die Aufnahme von Eisen in den Körper reguliert, denn Kupfer erleichtert die Aufnahme von Eisen. Ist daher zu wenig Kupfer im Körper vorhanden, sinkt auch der Eisenspiegel.
Die Folge von Kupfer und Eisenmangel ist daher nicht nur Blutarmut und daraus sich ergebend Blässe, Leistungsverminderung, Müdigkeit, Schwäche, Konzentrationsschwäche und Atembeschwerden. Der Mangel äußert sich bei Betroffenen aber auch mit Störungen der Farbstoffverteilung der Haut und frühem Ergrauen der Haare. Das Immunsystem kann bei Kupfermangel nicht optimal Arbeiten und das Auftreten von Infekten und Hauterkrankungen ist die Folge.

Wie kann man Kupfermangel erkennen?
Treten die genannten Symptome auf, besteht der Verdacht auf Kupfermangel, oder verschiedener Spurenelemente. Diesen Verdacht auf einen Kupfermangel kann der Arzt mithilfe einer Blutbildkontrolle, bei der die Menge an Kupfer im Blut gemessen wird, bestätigen

Wie kann man Kupfermangel beheben?
Ist die zu geringe Zufuhr von Kupfer durch einer Unter- oder einer Fehlernährung verursacht muss versucht werden, die Nahrung so umzustellen oder mit Spurenelementen zu ergänzen, dass der Körper wieder ausreichend Kupfer erhält. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann dieser Tagesbedarf im Normalfall gedeckt werden und daher ist ein Kupfermangel meist selten.
In der Nahrung ist Kupfer vor allem in Nüssen, Samen, Innereien wie Leber, Fisch, Schalentieren, Nüssen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, einigen grünen Gemüsen, Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade enthalten.
Oft wird ein Kupfermangel durch Magen-Darm-Krankheiten, wie beispielsweise eine Zöliakie, verursacht.
Zink stört die Aufnahme von Kupfer aus der Nahrung in den Körper. Nimmt eine Person somit über einen längeren Zeitraum eine grössere Menge Zink zusätzlich zur Nahrung ein, kann dadurch ein Kupfermangel entstehen.
Verschiedene Umstände können zudem den Kupferbedarf des Körpers erhöhen. Dazu gehören ein größerer Blutverlust, Verbrennungen, Krankheiten beispielsweise der Nieren und bestimmte Medikamente, wie bestimmte Hormone, die Steroide.

In welcher Form kann man Kupfer zuführen?
In der Apotheke gibt es verschiedene Kapseln und Tabletten, die Kupfer in einer gut bioverfügbaren Form dem Körper zur Verfügung stellen können. Es gibt sowohl reine Kupferpräparte als auch Angebote mit verschiedenen Spurenelementen. Höher dosierte, reine Kupferpräparate sollten nicht länger als 8 Wochen angewendet werden.

Logo Apotheken

In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 2. August 2017 sprach Mag. pharm. Gert Dieterich, MSc aus Wilhelmsburg über Insektenschutz

Heuer herrschte ein sehr strenger Winter mit sehr tiefen Temperaturen und das über einen längeren Zeitraum. Das sollte eigentlich ein Garant dafür sein, dass viele Insekten nicht überlebt haben. Und trotzdem quälen uns heuer vor allem die Mücken mehr den je! Die heimische Gelse ist in den letzten Jahren durch asiatische Gelsenarten verdrängt worden. Die Japanische Buschmücke hat sich bei uns angesiedelt und verdrängt immer mehr unsere heimischen Arten. Diese Mückenart ist robuster gegenüber Kälte, ist 4 Monate im Jahr länger aktiv, ist auch tagaktiv und brütet nicht nur in Wälder und Auen, sondern auch im menschlichen Siedlungsgebiet.

Warum ist es so wichtig, daß wir uns vor Insektenstichen schützen? Neben einem lästigen Juckreiz lauern auch noch andere Gefahren bei einem Stich?

Bei einem Stich übertragt das Insekt entweder Gift (Bienen, Wespen) oder ein Sekret (Mücken), damit das Blut nicht gerinnt, dabei können Krankheitserreger übertrage werden. Das beginnt mit einfachen bakteriellen Infektionen, das durch Aufkratzen verstärkt wird. Aber auch gefährliche Krankheiten wie FSME und Borreliose (Zecken) wird übertragen. 
FSME läßt sich durch Impfung vermeiden. 
Borreliose (Bakterieninfektion) können auch Geimpfte bekommen. Sie äußert sich durch tiefroten Fleck um die Einstichstelle. Dagegen wird Antibiotikum eingesetzt. 
Fernreisen: Übertragung von Malaria oder Schlafkrankheit. Hier ist Insektenschutz doppelt wichtig, weil diese Erreger immer mehr Resistenz entwickelt gegen Medikamente, oder in vielen Gebieten diese Medikamente nur bei hohem Fieber genommen werden.

Gefährlich sind auch Allergien z.B. auf Wespenstiche. Hier genügt oft ein Stich, der lebensbedrohlich sein kann.

Warum sind Bienen- und Wespenstiche so gefährlich? Und vor allem auch für nicht allergische Menschen so schmerzhaft?

Wespen und Bienen verwenden ihr Gift zur Feindabwehr! Ein schmerzhafter Stich soll abschrecken und vor allem den Insektenbau vor Feinden schützen. So hinterläßt eine Wespe beim Stich einen Duftstoff auf ihrem Opfer und das animiert andere Wespen, ebenfalls über ihr Opfer herzufallen.
Das Gift einer Wespe oder Biene besteht aus.
• Enzymen
• Histamin (Jucken)
• Melittin (Schmerz)
• Phospholipasen (Allergieauslöser)

Welche wichtigen Regeln sollte man einhalten, um sich vor Insekten zu schützen?

Grundregeln, die jeder einhalten sollte, vor allem auch Kinder beobachten:
• Süßspeisen, Eis und Fruchtsäfte - schauen, ob keine Wespe drauf sitzt
• Blühende Wiesen nicht barfuß laufen
• Vorsicht bei faulem Obst im Garten, Mistkübeln im Schwimmbad
• Bunte und schwarze Kleidung lockt Insekten an, weiße und braune hingegen weniger
• Wenn eine Wespe auftaucht, keine hektischen Bewegungen, das irritiert sie
• Hornissen sind am meisten gefürchtet, ihre Stiche schmerzhaft, aber weniger gefährlich als Wespenstiche
• Die japanische Buschmücke vermehrt sich auch im Garten. Daher ist darauf zu achten, daß keine Wasserreservoirs vorhanden sind, in denen sich die Mücken vermehren können. Wasserschalen von Tieren und Pflanzenschalen regelmäßig auslehren und gegebenenfalls mit frischem Wasser füllen.

Welchen Insektenschutz sind zu empfehlen?

Am meisten verwendet werden Repellentien. Das sind Substanzen, die aufgetragen werden, um Mücken fernzuhalten. Sie sollen mind. 12 Stunden wirken, für den Menschen ungiftig sein, dürfen keine Irritationen auf Haut und Schleimhaut auslösen und sollen angenehm im Geruch sein. Sie werden in Form von Lösungen, Lotionen, Cremen, Gels und Sprays angewandt. Leider sind sie nicht immer 100%  verträglich und daher oft für Babys und Kleinkinder ungeeignet.

Werden auch Insektizide als Insektenschutz verwendet?

Insektizide sind Gifte, die Insekten bekämpfen sollen. Diese Gifte wirken auf das Nervensystem der Insekten. Sind leider auch für den Menschen gefährlich.
• Als Raumsprays: Man darf sich dann nicht im Raum nicht aufhalten. Danach gut lüften!
• Aber auch als Räucherspirale.
Daher auch bei Kindern nur mit Vorsicht einsetzen. 

Was lässt sich am besten bei Kindern einsetzen?

Bei Kindern aber auch bei Erwachsenen können wir uns aus dem Reich der Düfte helfen. Es gibt Düfte, die Mücken anziehen: z.B. der Geruch von Socken, die 3 Tage getragen wurden - durch den bakteriellen Abbau von Hauttalg entstehen Geruchsstoffe, die Mücken magisch anziehen. Aber auch Schweißgeruch und sogar die Atemluft locken Mücken an. Geruch von Süßspeisen, Eis und Früchten lockt Wespen und Bienen an.

Verschiedene ätherische Öle, die für den Menschen durchaus angenehm riechen, werden von Insekten gemieden.Fragen Sie in Ihrer Apotheke danach!
Öle wie Basilikum, Melisse, Nelke, Pfefferminze, Rosmarien, Teebaum, Weihrauch, Zimt oder Zedernholz.

 Die Einnahme von Vitamin B1 soll auch Mücken vom Stechen abhalten?

• Es gibt keinen Beweis dafür, dass dies hilft, trotzdem schwören viele darauf.
• Sehr effizient und einfach ist hingegen der Eisatz von Fliegengittern, v.a. in Räumen von Kindern und Babys
• Lichtfallen, wie wir sie aus südlichen Ländern kennen, locken Insekten kilometerweit an, d.h. nicht zu empfehlen!
• Ebenso sind Ultraschallgeräte unwirksam.

Was macht man, wenn man von einer Biene oder Wespe gestochen wird?

Unkomplizierte Stiche mit kühlen Gelen, juckreizstillenden Salben behandeln. Man kann auch kühle Umschläge mit essigsaurer Tonerde auflegen.
Bei Bienenstichen bleibt meistens der Stachel in der Haut stecken. Den Stachel vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Nicht mit Fingern, denn sonst drückt man aus der Giftblase noch mehr Gift unter die Haut!

Problematischer wird’s, wenn eine Biene im Mundbereich sticht.
• Auf der Zunge - Eiswürfel lutschen, gegen die Schwellung und Arzt aufsuchen
• Rachen oder Speiseröhre - sofort ärztliche Hilfe, da Ersticken droht
• Allergien: immer Notfallmedikamente griffbereit haben! Beim erstmaligen Auftreten: sofort ärztliche Hilfe, da unter Umständen Lebensgefahr

 Wie versorgt man Mückenstiche, die ja immer unangenehm jucken?

Die meisten Menschen, vor allem Kinder, beginnen an der Einstichstelle zu kratzen - das hilft zwar, denn in der Haut befinden sich Histaminrezeptoren, wo der Juckreiz ausgelöst wird - man kratzt diese Histaminrezeptoren weg, und das lindert das Jucken. Doch dabei wird die Haut geschädigt und es kommt leicht zu Infektionen.
Besser man verwendet Salben, Gele mit juchreizstillenden Wirkstoffen. Oder Gele, die die Einstichstelle betäuben, oder Gele mit Mineralstoffmischungen nach Dr. Schüssler.
Wenn Infektionen auftreten - entzündungshemmende Salben, essigsaure Tonerde-Umschläge, man kann auch Salbeiblätter mit den Fingern zerreiben und auf die juckenden Stellen geben. Auch Schwedenbitter auf Watte getropft und aufgelegt, lindert Juckreiz. Das ist ein Auszug aus Aloe, Myrrhe, Safran, Kampfer, Zitwerwurzel, Theriak, Angelikawurzel. Wirkt entzündungshemmend und gegen Juckreiz.
Elektonischer Stichheiler: Sieht aus wie ein dicker Filzstift und besitzt einen Metallkopf, der mit Batterien erhitzt werden kann. Der heiße Stift wird auf die Einstichstelle gedrückt. Durch das Erhitzen werden die Proteinmoleküle des Insektengifts zerstört, was eine deutliche Juckreizmilderung bewirkt. 

Mit dem richtigen Insektenschutz werden Sie den Sommer genießen können. Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Insektenschutz für Sie und ihre Kinder der richtige ist, fragen Sie in Ihrer Apotheke, wir beraten Sie gerne.

Logo Apotheken

„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert