Radio NÖ Apotheken-Tipps

 In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 9. Mai 2018 sprach Mag. pharm. Ulrike Zöchling, Hippolyt Apotheke St. Pölten, über Tonika zum Stärken

Tonika sind „stärkende Flüssigkeiten“. Sie sind nach bestimmten Rezepturen zusammengestellt und enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Pflanzenextrakte; es gibt sie mit und ohne Zucker, Alkohol, Coffein. Sie sind wahre Energiespender!

Die Wahl des Produktes hängt davon ab, was gestärkt werden soll: Nervensystem, Immunsystem, Konzentration, Merkfähigkeit, Abwehrkräfte, Stoffwechselaktivitäten, Herzfunktion; können auch kurzfristig Müdigkeit reduzieren.

Wirkstoffe sind z.B. Ginseng, Lecithin oder Weißdorn, weiters Schisandra: wirkt ausgleichend, stärkend (Leber) und regenerierend als „Jungbrunnen“, wirkt antibakteriell, antiviral und antioxidativ. So unterstützt Schisandra das Immunsystem sowie die Leber und hilft die Cholesterinwerte zu senken. In der TCM gilt sie als universelles Stärkungsmittel und hilft bei Schlaflosigkeit und Gedächtnisschwäche, positive Wirkung auf den Blutdruck.

Aminosäuren: sind Bausteine von Proteinen/Eiweiß und bauen das Körpergewebe auf: wie Carnitin, Arginin, Lysin in Herz, Muskel, Gehirn und Blut, zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, unterstützt den körperlichen und psychischen Energiestoffwechsel, verhilft zu verbesserter Leistungsfähigkeit und mehr Aktivität.

Vitamin B für den Nervenstoffwechsel und die Gehirnfunktion, stressreduzierend, hautbildverbessernd, verbessert das Ansprechen von Antidepressiva (Serotonin), bei Erschöpfung und Schwächegefühl, Konzentrationsstörungen, Demenz, Neuropathien; auch Folsäure gehört dazu: 2/3 der Erwachsenen haben einen Folsäure-Mangel! Herz-Kreislauf-System (Arteriosklerose, Schlaganfall).

Vitamin C: wichtig für das Immunsystem und bei chronisch entzündlichen Erkrankungen (Arthritis, Allergien), fördert den Histaminabbau, wirkt antioxidativ und als Radikalfänger, unterstützt Kollagen-Synthese, fördert die Eisenaufnahme im Dünndarm, sonst Infektanfälligkeit, Leistungsverlust und Wundheilungsstörungen.

Ein beruhigendes Tonikum wirkt mit seinen natürlichen Pflanzenextrakten und B-Vitaminen entspannend, nervenstärkend und verhilft zu einem erholsamen Schlaf. Melisse, Hopfen, Passionsblume, grüner Hafer, aber auch Eleuterococcus (aktivierend und konzentrationssteigernd) und Rhodiola: verbessert die psychische Leistungsfähigkeit, reduziert Stressanfälligkeit.

Ein stärkendes Tonikum beinhaltet pflanzliche Substanzen, die körperlich kräftigend und Herz-Kreislaufsystem unterstützend wirken und zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Mit Weißdorn herzstärkend, Rosmarin anregend, Coffein stimulierend, durchblutungsfördernd.

Hildegard von Bingen empfiehlt Petersilienkraut, mit Weinessig und Honig, als Universalherzmittel, bei Müdigkeit, für einen ausgleichenden Schlaf. Ein interessant machender Aperitiv.

Für Magenempfindliche gibt es einen Poleiminzensaft mit Honig und Weinessig ohne Alkohol: bei Magenkribbeln, Nervosität und Alltagsstress, für Magen und Darm! Als Überraschung können Sie Ihren Gästen ein Smoothie mit einem Schuss Tonikum – mit oder ohne Alkohol und Zucker - servieren. Oder Ihr nächstes Grillfest beginnt mit einem Fruchtsaft-Multivitamin-Tonikum-Aperitiv und endet mit einem Digestiv aus Grapefruit-Kräuterlikör-Tonikum.

Ihre Apotheke hilft Ihnen gerne bei der Auswahl – ob nachfolgend einem anstrengenden Muttertag, als Geschenk für eine Einladung oder eine gesunde Bereicherung der kommenden Gartenfeste!

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 2. Mai 2018 sprach Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd über Arzneimittel und Straßenverkehr

Rund jeder 5. Verkehrsunfall wird unter Einfluss von Medikamenten entweder direkt oder indirekt verursacht. Selbst wenn sie selten alleinverantwortlich für den Unfall sind – Arzneimittel und Straßenverkehr passen nicht immer gut zusammen und können die Sicherheit im Straßenverkehr enorm beeinträchtigen. Das gilt für Autofahren genauso wie für Radfahren, zu Fuß gehen oder Bedienen von nicht nur fahrbaren Maschinen in der Arbeit oder Landwirtschaft. Jedoch: 80% der Menschen, welche sich unter Einfluss von Arzneimitteln hinters Steuer setzen sind sich der Gefahr nicht bewusst. Gute Beratung in der Apotheke tut not.

Welche Arzneimittel können Probleme verursachen?
Eine pauschale Beurteilung eines Arzneistoffes in dem Sinn, dass bei einer bestimmten Dosis die Fahrsicherheit beeinträchtigt ist, ist in der Regel nicht möglich, da individuelle Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körperbau und Gewicht, Grunderkrankungen oder die Einnahme weiterer Arzneimittel einen wesentlichen Einfluss auf Wirkung und auch Nebenwirkung eines Medikamentes haben. Einen ersten Hinweis findet man bereits auf der Medikamentenschachtel. Das Warndreieck mit dem Rufzeichen symbolisiert den Gefahrenhinweis: „Dieses Medikament verringert die Fahrtüchtigkeit.“ Wir weisen auch bei der Abgabe derartiger Medikament darauf hin. Schaut man sich nun die verordneten oder auch privat gekauften Arzneimittel aufmerksam durch, so wird man erstaunt sein, wie oft derartige Gefahrenhinweise zu finden sind auf vermeintlich harmlosen Mitteln. In erster Linie jedoch sind es natürlich die Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Narkosemittel, welche das Risiko für Verkehrsunfälle auf fast das Doppelte erhöhen.Generell gilt: die kritischste Phase ist der Start der Arzneimittel-Einnahme, da ist die Dosis oft noch nicht optimal eingestellt und wirkt noch nicht so gut. Wenn PatientInnen dann stabil eingestellt sind, ist die Fahrtüchtigkeit oft wieder voll hergestellt. Und dann machen manche Arzneimittel eine Teilnahme am Straßenverkehr überhaupt erst möglich.

Wie können diese Beeinträchtigungen aussehen?
Schlaf- und Beruhigungsmittel sind in puncto Verkehrssicherheit sicherlich die gefährlichste Gruppe, besonders die sogenannten Benzodiazepine, auch als Tranquillizer bekannt. Sie wirken angst- und spannungslösend, beruhigend und schlafanstoßend und haben häufig auch muskelentspannende Wirkung, Dies kann nicht nur zu Müdigkeit, sondern auch zu Schwindel und Verwirrtheitszuständen führen. Bei älteren Personen sind paradoxe Symptome und Koordinationsstörungen möglich - da ist Autofahren verboten!
Auch das Lokalanäestheticum beim Zahnarzt hat seine Tücken: Die Spritzekann blutdrucksenkend und zentral dämpfend wirken, dazu kommt dann auch noch der Schmerz. Hier sollten PatientInnen direkt nach Anwendung nicht selbst heimfahren.

Wann tritt die Wirkung von Arzneimitteln üblicherweise ein und wie lange hält sie an?
Der richtige Zeitabstand zwischen der Arzneimitteleinnahme und der Teilnahme am Straßenverkehr ist enorm wichtig. Für Narkosemittel gilt mindestens 24 Stunden, besser noch 48 Stunden Fahrverbot.
Zwischen einer Schlafmitteleinnahme und der morgendlichen Autofahrt sollten mindestens 8 bis 10 Stunden liegen – wenn diese bestimmungsgemäß am Abend vor dem Zubettgehen eingenommen werden, ist eine Bürofahrt am nächsten Morgen meist kein Problem. Wenn die Einnahme erst um 3 Uhr früh erfolgt und man muss trotzdem morgens los, besteht die Gefahr eines „hang over „: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, erhöhte Sturzgefahr und verminderte Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit können die Folge sein.

„Versteckte“ Gefahr
Auch vermeintlich harmlose Medikamente können Probleme verursachen. Butdrucksenker können gerade am Beginn der Therapie den Blutdruck ebenso stärker als gewünscht absenken wie Antidiabetika den Blutzuckerspiegel. Schwindel, Benommenheit und Kopfschmerzen sind hierbei keine Seltenheit, ebenso wie Aufmerksamkeitsstörungen: Dann können Stoppschilder übersehen, Mittel- und Seitenstreifen überfahren werden oder es wird zu schnell oder zu langsam gefahren.
Wer Codein haltige Hustenmittel einnimmt, sollte nur mit großer Vorsicht am Straßenverkehr teilnehmen, als Abkömmling vom starken Schmerzmittel Morphin kann es auch enorm müde machen.

Rezeptfreie Schmerzmittel wie ASS oder Paracetamol als Monopräparat haben meist keine oder nur eine geringe Auswirkung auf die Verkehrstauglichkeit. Bei Ibuprofen in höherer Dosierung sind bereits Müdigkeit und Schwindel möglich.
Aufpassen muss man bei Kombinationspräparaten gegen Grippe: hier sind meist weitere Bestandteile dabei, die müde machen können, wie das Antihistaminikum Diphenhydramin oder Dextromethorphan gegen Reizhusten.
Und wer beim Augenarzt „eintropfen“ muss: Derartige Mydriatika erweitern die Pupille und man sieht in der Nähe und in der Ferne nicht mehr gut für 3-4 Stunden und die Blendempfindlichkeit ist enorm erhöht. Auch bei einer Langzeitanwendung derartiger pupillenerweiternder Tropfen mit Atropin ist eine Teilnahme am Straßenverkehr nicht erlaubt.
Wirkstoffe in Augensalben oder –gele machen prinzipiell keine Probleme, können jedoch aufgrund ihrer Konsistenz die Sehleistung für mehrere Minuten bis Stunden mindern, daher bitte abends vor dem Schlafengehen anwenden.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 25. April 2018 sprach Mag. pharm. Ulrike Zöchling über Melatonin gegen Müdigkeit

Melatonin, das Schlafhormon, steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen. Und damit regelt es die Hormone, die Körpertemperatur und den Stoffwechsel. Es wird primär in der Zirbeldrüse aus Serotonin hergestellt und das nur bei Dunkelheit. Durch Licht wird die Bildung gehemmt. Es kann die Einschlafzeit verkürzen, die Tiefschlafphase (in der 1. Nachthälfte) verbessern und sogar die subjektiv empfundenen Auswirkungen eines Jetlags lindern.
Müdigkeit kann auch von zu wenig oder schlechtem Schlaf kommen: die Nachtruhe ist eine der wichtigsten Phasen im Tagesablauf, der Körper lädt die leeren Akkus wieder auf, die Organe regenerieren sich und unser Gehirn verarbeitet die Eindrücke der vergangenen Zeit. Säuglinge 18 Stunden, Erwachsener 5 – 9 Stunden, im Alter abnehmend: das hängt vom körpereigenen Schlafhormon Melatonin ab. Leonardo da Vinci schlief 2 Stunden, Einstein 11 Stunden! Gut tut vielen Menschen auch ein Mittagsschlaf oder Power nap („Kraftnickerchen“).

In den USA wird Melatonin schon länger verwendet, bei uns  in Europa mit Vorsicht und Skepsis, da noch keine Langzeiterforschung;  bei längerer Anwendung als 1 – 2 Monate wurden Schlafstörungen und Unkonzentriertheit beobachtet. Eine Rolle bei Müdigkeit bzw. unzureichendem Schlaf spielen auch Ernährung, der Schlafbereich, Bewegungsmangel, Gedanken, Medikamente, Schmerzen, der Säure-Basen-Haushalt.
Ideal ist eine Ergänzung zu Melatonin mit Zitronenmelisse und Baldrian, als Tee oder Kapseln; auch Lavendel wirkt sich günstig aus, als Tee, Kapseln oder ätherisches Öl – das alles macht nicht müde, aber beruhigt gut. Ergänzend gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, der Müdigkeit ein Schnippchen zu schlagen. Wir beraten Sie gerne!

Leidet auch die Konzentration und Merkfähigkeit, kann man mit Vitamin D, Folsäure (Glückshormon), Vitamin B (für die Nerven) oder Rosenwurz die Leistungsfähigkeit wieder steigern; Rosenwurz ist ausgleichend, verringert Müdigkeit, hilft beim Aufbau von Blut und roten Blutkörperchen, unterstützt das Nervensystem (psychisch). Auch OPC aus Traubenkernen und Pinienrinde  hat als Antioxidans einen wertvollen Einfluss auf Herz-Kreislauf und somit das Wohlbefinden.
Und auch ein paar tiefe Atemzüge an der frischen Luft können ganz rasch wieder fit machen.

In der täglichen Nahrung ist Melatonin in geringen Mengen enthalten, in Pistazien, manchen Getreidesorten, einigen Pilzen, getrockneten Tomaten und einigen Weinsorten; auch Tiere wie Kühe erzeugen Melatonin bei entsprechender Haltung und Ernährung.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 18. April 2018 sprach Mag. pharm. Gilbert Zinsler aus Horn über Mutterkraut gegen Migräne

Mutterkraut hat eine dreifache Wirkung gegen Migräne: Es wirkt zielgerichtet, genau dort, wo Migräne entsteht – in den Blutgefäßen im Kopf. Es hemmt die Erweiterung der Blutgefäße und verhindert Entzündungsvorgänge, die den Schmerz verursachen. Weiters ist ein anderer positiver Effekt zu bemerken: Mutterkraut wirkt frühzeitig noch bevor der Schmerz einsetzt. Somit gelingt es Migräne-Attacken vorzubeugen und deren Häufigkeit in der Anzahl zu verringern. Auch die Begleiterscheinungen der Migräne wie Übelkeit und Erbrechen können durch Mutterkraut gelindert werden. Diese Wirkung von Mutterkraut wurde in zahlreichen Studien untersucht.

Kann man die Wirkung von Mutterkraut wissenschaftlich erklären?
Für das Verständnis des Wirkmechanismus von Mutterkraut ist zunächst die Entwicklung eines Migräneanfalles zu betrachten: Ein Botenstoff im Gehirn, das Serotonin, wird von den roten Blutkörperchen, den Thrombozyten in großer Menge freigesetzt. Dies führt zur Erweiterung der glatten Muskulatur der Blutgefäße in der Hirnhaut. In weiterer Folge werden die Blutgefäße durchlässiger und Entzündungsmediatoren ausgeschüttet.
Diese dringen in die Gefäßwände ein und verursachen Entzündungen und Schmerzen an den Nerven. Mit jedem Pulsschlag werden diese Schmerzreize über die Nerven in Hirnareale weitergeleitet, die für Lichtsensibilisierung, Übelkeit und Erbrechen verantwortlich sind und die Migräne-Attacke begleiten.
Dadurch, dass Mutterkraut die überhöhte Freisetzung vom Botenstoff Serotonin blockiert, kommt es seltener zum Migräneanfall.

Was ist Mutterkraut?
Das Mutterkraut ist eine alte Heilpflanze, die ursprünglich im östlichen Mittelmeergebiet beheimatet war. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und ähnelt in seinem Aussehen der Kamille. Wildwachsend kommt die Pfalnze in vielen Gärten auch bei uns vor, ohne dass man oft von Ihr Notiz nimmt. Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus wurde das Mutterkraut (Tanaceti parthenii herba) von Dioskurides, einem der berühmtesten Ärzte der Antike, als Heilpflanze beschrieben. In Westeuropa wird Mutterkraut seit dem Mittelalter bei Fieber, Kopfschmerzen und Schwangerschaftsbeschwerden (daher auch der Name) eingesetzt, da es entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt.

Migräne - was kann man sonst noch tun?
Migräne bringt pochende, meist einseitige Kopfschmerzen und unangenehme Begleiterscheinungen mit sich: Betroffene klagen über Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Sie sind häufig sehr empfindlich gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen. Die Beschwerden können einige Stunden, aber auch mehrere Tage dauern.
Migräne, die immer wieder auftritt sollte jedenfalls neurologisch abgeklärt werden. Am besten ist es schon vorab ein Migräne-, oder Kopfschmerztagebuch zu führen und mit diesem dann zu einer Fachärztin oder einem Facharzt zu gehen.

Verschiedene andere Tipps können helfen Migräneanfälle zu verhindern:

  • Betreiben Sie regelmäßig leichten Ausdauersport
  • Meiden Sie Stress – Entspannungstechniken helfen
  • Unterstützen Sie Ihren Körper mit komplementärmedizinischen Methoden wie Akupunktur

Trotz all dieser Hilfen leiden Betroffene – es sind leider doppelt so oft Frauen, wie Männer – immer wieder unter Migräne: Ihnen empfehle ich Mutterkraut in Kapseln auszuprobieren.

Wie wende diese Produkte an?
Die übliche Einnahme ist einmal täglich eine Kapsel. Da sich die Wirkung kontinuierlich aufbaut, sollte Mutterkraut über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Bei abruptem Absetzen dieses Arzneimittels nach längerer Anwendungsdauer können allerdings vorübergehend Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe, Muskelsteifigkeit und Gelenksschmerze auftreten. Zur Vermeidung solcher Beschwerden wird daher empfohlen, die Dosis über einen Zeitraum von 2 Wochen schrittweise zu reduzieren.

Gibt es unerwünschte Wirkungen? Wann eignet sich Mutterkraut nicht?
Mutterkraut wird üblicherweise sehr gut vertragen und es gibt kaum Nebenwirkungen. Bei Personen, die auf Korbblütler als Pflanzen allergisch reagieren sollte Vorsicht geübt werden. Auch in der Schwangerschaft wird es aufgrund fehlender Studien nicht empfohlen. 

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 11. April 2018 sprach Mag. pharm. Andreas Gentzsch aus St.Pölten über gesunden Schlaf und die richtige Einnahme von Schlafmedikamenten

Unser Schlafbedarf ist stark abhängig von unserem Lebensalter. Während Babys und Säuglinge noch etwa 15 Stunden schlafen, nimmt der Bedarf im Laufe des Lebens kontinuierlich ab, sodass Personen im Alter von 65+Jahren insgesamt nur noch 6-8 Schlaf-Stunden pro Tag benötigen.
Natürlich unterliegen diese Angaben individuellen Schwankungen, abhängig von unterschiedlichen Belastungen und anderen äußeren Faktoren. Dennoch entsteht mit zunehmendem Alter eine Diskrepanz zwischen Schlafbedarf und Schlaferwartung, also der Zeit, welche man gerne schlafend verbringen würde, was dazu führt, dass etwa 1/3 der (vorwiegend älteren) Bevölkerung über Schlafprobleme klagt. Besonders im Alter ist zu empfehlen, jeden Tag zur selben Zeit schlafen zu gehen und möglichst früh aufzustehen, einen strukturierten Tagesablauf einzuhalten und nur bei entsprechendem Bedarf mittags oder nachmittags kurz (! – ca. 10-20Min) zu schlafen.
Wenn die Nacht trotz aller Bemühungen und Einhaltung der Empfehlungen für eine optimale Schlafumgebung kein Ende nehmen will, helfen Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel. Es sollte jedoch nicht willkürlich irgendein Mittel eingenommen, sondern zuallererst in der Apotheke das Problem besprochen werden. Schlafmittel müssen richtig dosiert und bewusst eingenommen werden, da sie bei falscher Anwendung Nebenwirkungen haben, bzw. zu Abhängigkeiten führen können.
Zur Auswahl stehen pflanzliche, homöopathische und chemische Arzneien, welche unterschiedliche Wirkungen haben und daher auch nicht für jede Beschwerdeart geeignet sind. Kann man schlecht einschlafen, so empfehlen sich in erster Linie pflanzliche Präparate. Zu diesen gehören: Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume, Lavendel, Schlafmohn,…
Diese Heilpflanzen können als Tee zubereitet werden, sind aber auch als Tabletten in unterschiedlichsten Zusammensetzungen in der Apotheke erhältlich. Sie werden primär zur Beruhigung und Schlafeinleitung angewendet und dienen in geringerem Maß als Durchschlafmittel. Auch ein wohltuendes Bad mit Melissen-, oder Lavendelöl kann für gutes Einschlafen sorgen. Die Wirkung dieser Stoffe beruht hauptsächlich auf den Gehalt an ätherischen Ölen, welche durch die Wärme des Wassers freigesetzt werden. Zusätzlich kann ein reines ätherisches Öl dieser Pflanzen auch als Duft im Schlafzimmer angewendet werden.
Eine weitere Möglichkeit stellt die Einnahme von Melatonin dar. Dieses Hormon wird in der Zirbeldrüse gebildet und steuert den Tag-Nacht- Rhythmus des Körpers. Mit zunehmendem Alter produziert der Körper weniger, weshalb die durchschnittliche Schlafdauer abnimmt und Schlafprobleme gehäuft auftreten. Melatonin ergänzt sehr gut die Wirkung der Pflanzenmedizin, weshalb es vielfach in Kombinationspräparaten erhältlich ist.

Kann man generell schlecht schlafen und sucht daher eine Hilfe, welche möglichst die ganze Nacht durchschlafen lässt, so kommen in erster Linie frei erhältliche Präparate zur Anwendung, welche als die ersten Arzneimittel gegen Allergien (z.B. Diphenhydramin) bereits lange am Markt sind. Antiallergikawaren damals nicht sehr beliebt, weil sie sehr müde machten. Diese Nebenwirkung macht man sich heutzutage zu Nutze, weshalb sie nicht mehr bei Heuschnupfen, sondern nur noch als Ein- und Durchschlafmittel verwendet werden. Sie haben nur ein geringes Abhängigkeitspotential, jedoch verändern sie das normale Schlafmuster. Bei natürlichem Schlaf können mehrere Tiefschlafphasen festgestellt werden. Nach Einnahme solch chemischer Arzneistoffe verändert sich das Schlafverhalten, was auch an einer schlechten Erholung am Morgen spürbar sein kann. Aus diesem Grund sollten diese Stoffe nur für kurze Zeit angewendet werden.

Homöopathische Präparate haben auch eine schlaffördernde Wirkung. Sie eignen sich besonders, wenn man nachts mit kreisenden Gedanken aufwacht und nicht mehr einschlafen kann. Homöopathische Schlafmittel haben eine sanfte Wirkung und wirken beruhigend und ausgleichend. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schlafmitteln ist eine Einnahme auch in den frühen Morgenstunden möglich, ohne dass die Gefahr besteht, eine unangenehme Schläfrigkeit („Hangover“) am Vormittag, welche bei anderen langwirksamen Präparaten auftreten kann, zu haben.

Als letzte und stärkste Möglichkeit, ein- und durchschlafen zu können, kommen verschreibungspflichtige Schlaftabletten zur Anwendung. Diese streng rezeptpflichtigen Mittel aus der Gruppe der Psychopharmaka, die sogenannten Benzodiazepine und Z-Substanzen (beginnen mit „Z“), müssen jedoch kritisch betrachtet werden und sollten daher nur als letzte Möglichkeit für eine sichere Nachtruhe angesehen werden.
Benzodiazepine haben beruhigende, angstlösende, krampflösende und schlaffördernde Wirkungen, wobei sich die einzelnen Substanzen in Wirkdauer und Wirkstärke unterscheiden. Sie sind nicht zur Langzeitanwendung als Schlafmittel geeignet und dürfen in der Regel nicht länger als vier Wochen eingenommen werden, da die Gefahr besteht, von diesen Substanzen abhängig zu werden. Bei einer beginnenden Abhängigkeit nimmt die Wirkung langsam ab, weshalb zur gewünschten schlaffördernden Wirkung die Dosis erhöht werden muss. Bei bestehender Abhängigkeit würde ein Absetzen der Arznei zu langfristiger Schlaflosigkeit und anderen Entzugssymptomen führen, weshalb eine Entwöhnung von diesen Schlafmitteln zumeist nur unter intensiver medizinischer Betreuung und unter großer Belastung möglich wäre.
Etwas weniger Gefahr besteht bei den Z-Schlafmitteln (z.B. Zolpidem), welche eine ähnliche Wirkung wie die Benzodiazepine haben, jedoch etwas weniger muskelentspannend und krampflösend wirken. Da sie ein geringeres Abhängigkeitspotential haben gelten sie zurzeit als chemische Schlafmittel der ersten Wahl.

Generell sollten Schlafmittel nur für eine möglichst kurze Zeit angewendet werden. Neben einer Abhängigkeit sind auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln möglich, weshalb bei Schlafproblemen vor der Einnahme mit Fachleuten aus der Apotheke gesprochen werden sollte. Außerdem ist es aus Sicherheitsgründen ratsam, Schlaftabletten nicht von mehreren Ärzten verschreiben zu lassen, da sonst möglicherweise der Überblick über die Einnahmedauer verloren ginge, bzw. mögliche Wechselwirkungen mit anderen übersehen werden könnten.
Eine weitere Sicherheitsempfehlung ist, dass alle Medikamente immer auf einer Liste vermerkt sind, welche ÄrztIn oder ApothekerIn zumindest bei Änderungen der Medikation gezeigt werden. Bei Schlafmitteln sollten am besten die erste Einnahme und das Einnahmeende auf der Packung vermerkt werden und dieses Einnahmeintervall genau eingehalten werden. 

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 4. April 2018 sprach Mag. pharm. Dieter Kröner aus Pernitz über Abnehmen und Hilfen

Körpergewichtszunahme
Grundsätzlich steigt das Körpergewicht dann, wenn dem Körper mehr Energie in Form von Kalorien zugeführt wird, als er verbrauchen kann. Man spricht von einer positiven Energiebilanz. Fette und Kohlenhydrate im Übermaß zugeführt sorgen für eine Einlagerung in die sog. Fettzellen, deren Größe und Anzahl damit ansteigt. Man kann grundsätzlich alles mit Maß und Ziel essen, wenn vor allem die Bewegung stimmt. Wer sich viel bewegt, braucht meist auch viel Energie.

Gewicht reduzieren - Tipps?
Langfristige Stabilisierung des Körpergewichts:

  • Körperliche Bewegung: führt zu erhöhtem Energieverbrauch, mind. 2 x in der Woche. Wichtig ist, dass man Freude daran hat. Wandern, Radeln, Joggen, Schwimmen eignen sich dafür. So schnell bewegen, dass man aber noch gut reden kann, dann bewegt man sich im Fettstoffwechsel-Bereich, wo der Körper Fett verbrennt. 
    Verhalten ändern - öfters mal Treppen statt Fahrstuhl benutzen, Auto vielleicht durch Fahrrad ersetzen. 
  • Ernährung: Essen - mit Maß und Ziel. Eine abwechslungsreiche Kost aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie eine tägliche Trinkmenge von mind. 2 l sind hierbei besonders günstig. Einseitige Diäten wie Ananas-Diät, Atkins- Diät oder einseitiges Fasten bergen medizinische Risiken und sind daher abzulehnen.
  • Langsam essen, gut kauen: das füllt den Magen langsamer, Sättigung setzt ein.

Auslöser für Übergewicht?

  • In der Regel ist dies mangelnde Bewegung.
  • Psychische Faktoren: Seelische Unausgeglichenheit, Ärger, Stress, “Frustesser“
  • Genetische Ursachen: manche Menschen haben geringeren Körperfettanteil- verbrauchen im Muskel mehr Energie um die Körperkerntemp. aufrecht zu erhalten.
  • Medikamente: Antibabypille, Antidiabetika, Antidepressiva,…
  • Hormonelle Erkrankungen: z.B. Schilddrüsenerkrankungen

Abnehmen mit Eiweiß – funktioniert das?

  • Hochwertiges Eiweißkonzentrat unterstützt die Gewichtsreduktion optimal, unterstützt die Fettverbrennung und beugt einem unerwünschten Muskelabbau vor.
  • Hochwertige Pulver mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen sorgen vor, dass auch bei Daueranwendung ein Vitalstoffmangel vermieden wird.
  • Beeinflusst die Stimmung positiv und wirkt leicht Appetit dämpfend mit Tryptophan (=Serotoninvorstufe).
  • Ein Großteil des verlorenen Gewichts bei diversen Diäten ist meist abgebaute Muskelmasse. 
  • Insulinspiegel runter: Ein niedriger Insulinspiegel ist Voraussetzung für die Fettverbrennung. Eiweiß hält den Insulinspiegel konstant auf einem Level, wir sind länger satt, Heißhungerattacken werden vermieden.

Abnehmprodukte- helfen die wirklich?
Manche Produkte enthalten Quellstoffe, die den Magen füllen ohne Kalorien zuzuführen. Sie saugen sich im Magen mit Flüssigkeit an wie ein Schwamm und täuschen einen gefüllten Magen vor. Ganz wichtig ist bei diesen Produkten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, weil sonst ein gefährlicher Darmverschluss die Folge sein könnte. Chitosan, ein Abbauprodukt von Chitin, dem Panzer von Insekten und Krebstieren, zählt zu den Ballaststoffen und quillt ebenfalls mit der Magensäure auf und sorgt für ein Sättigungsgefühl. Mit Nahrungsfetten bildet es einen unlösbaren Komplex, der vom Körper nicht aufgenommen werden kann und unverdaut den Körper verlässt. Achtung: bindet auch fettlösliche Vitamine! Entwässernde Zubereitungen: va. mit Brennnessel, Kirschstengeln, etc. erhöhen die Wasserausscheidung und regen den Stoffwechsel an. In der Regel keine Gewichtsreduktion. 
Generell gilt bei allen Produkten: Sie wirken nur unterstützend. Unbedingt ist bei deren Einnahme auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr zu achten.

Wechselwirkungen bei Arzneimitteln und Abnehmprodukten
Generell gilt bei quellenden Abnehmprodukten, also z.B. Chitosan- oder ballaststoffhältige Produkten, sie erst 2 Stunden nach einer Einnahme von Arzneimitteln zuzuführen, da die Möglichkeit einer unlöslichen Komplexbindung besteht und die Wirkung vieler Mittel abgeschwächt oder sogar aufgehoben werden würde. Stoffwechselanregende, v.a. entwässernde „Entschlackungsmittel“ sogen für einen stärkeren Harndrang und können auch Mineralstoffe vermehrt ausspülen. Vor allem bei Patienten mit Herz- oder Nierenerkrankungen ist darauf zu achten.

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In der Sendung Radio NÖ am Vormittag am 28. März 2018 sprach Mag. pharm. Ulrike Zöchling über Roten Reis für die Gefäße

Seit Hunderten von Jahren ist Rotschimmelreis eine wichtige Zutat in der chinesischen Küche. Gemahlen machen die roten Körner Speisen und Getränke aromatisch, haltbar und verleihen ihnen eine appetitliche Färbung.
Rotschimmelreis ist keine eigene Reissorte; er entsteht, wenn normaler Reis mit speziellen Schimmelpilzen vergoren wird; durch die Gärung bildet sich einerseits die typisch rote Farbe, andrerseits entsteht durch den Prozess Monakolin K: dieses hat Einfluss auf die Cholesterinsynthese.

Cholesterin
Viele sehen es als schädlich oder „böse“, es ist jedoch extrem wichtig, der Körper produziert es sogar selbst in der Leber (2/3) - es ist wichtig für die Hormonproduktion, die Fettverdauung und als Gefäßschutz. Man unterscheidet mehrere Arten von Cholesterin: das HDL („Hoch“) ist das „gute“, das LDL das „böse“, sowie die Triglyceride. Wichtig ist ein hohes HDL, es transportiert Cholesterin zur Leber sowie ein niedriges LDL, es transportiert Cholesterin in die Gefäße, wo es abgelagert wird und die Gefäße verstopfen kann ---> Herzinfarkt und Gehirnschlag drohen; Natürliche Cholesterinsenker wie roter Reis sind neben gesunder Ernährung und Bewegung wichtig. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt: Monakolin aus Rotschimmelreis trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels bei.

Risikofaktoren sind Rauchen, Übergewicht, hoher Blutdruck, Diabetes; aber auch die Gene.

Lovastatin – das erste Statinpräparat 1987 in den USA, wird gerne kombiniert mit Q10: wichtig für Energieversorgung von Herz, Lunge, Leber, als Zellschutz, fürs Immunsystem, gegen Muskelschmerzen durch Statine. Vitamin B3, B6, B12: für den Fettstoffwechsel und Nervensystem, erhöhen HDL. Folsäure: für das Herz-Kreislaufsystem wichtig. Omega-3-Komplex oder Krillöl, Vitamin D, um allf. Nebenwirkungen zu reduzieren (Muskelschmerzen, Herz-Kreislaufprobleme). 

Rote Reis Kapseln dürfen nicht gleichzeitig mit Statinen eingenommen werden, Vorsicht ist auch geboten bei manchen Antibiotika, Pilzmittel (oral), Grapefruitsaft, Blutverdünnern.

„An apple a day keeps the doctor away“: der Ballaststoff Pektin kann das Cholesterin im Darm binden und verhindern, dass es in die Blutbahn kommt. Drei Äpfel pro Tag gegessen, senkt nachweislich den Cholesterinspiegel um 10%.

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„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert.  

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